TYPO3 9.5 LTS – ein Ausblick

29. Juni 2018

Mit Version 9.5 LTS* erscheint dieses Jahr ein neuer Meilenstein für das Content Management System TYPO3.  Der aktuelle Entwicklungsstand (9.4) lässt bereits eine Einschätzung zu, was vom LTS-Release im September/Oktober erwartet werden kann. Wir beleuchten Änderungen und neue Funktionen, die Version 9 mitbringen wird.

 

Wichtige CMS-Funktionen ab sofort im TYPO3-Core enthalten


TYPO3 9 LTS bringt viele neue Features mit, die seit einiger Zeit auf dem Wunschzettel von Redakteuren, Editoren und Entwicklern zu finden sind. Wichtige Funktionen, die bisher durch Drittanbieter-Extensions dem CMS ergänzt werden mussten, werden in Zukunft vom Core* bzw. Core-Erweiterungen* bereitgestellt. Die Weiterentwicklung und Bugfixes werden von TYPO3-Core-Entwicklern umgesetzt. Das bietet eine ganze Reihe von Vorteilen für Systeme, die auf die neue Version setzen bzw. upgraden. Das betrifft insbesondere die folgenden Punkte:
•    Minor Updates erscheinen regelmäßig und sind immer kompatibel
•    Vereinheitlichung und eine Vorgabe für Best practices
•    Extensions wie z. B.  „News“ können auf diese Funktionen zurückgreifen und sind vor unerwarteten Änderungen sicher
•    klare Versionierung
•    sicherheitsrelevante Patches werden zeitnah ausgeliefert
•    hohe Codequalität, die den TYPO3-Core Standards entspricht

 

Die TYPO3 Entwicklung bei 3m5. setzt ebenfalls auf diese Standards, jedoch begrüßen wir es ausdrücklich, wenn grundlegende Funktionen direkt im Core mitgeliefert werden und alle TYPO3-Nutzer von der Weiterentwicklung an diesen Komponenten profitieren können.
Welche Funktionen sind in den TYPO3-Core „gewandert“?

Sprechende URLs

Die wichtigsten Neuerungen betreffen das Thema „Sitehandling“. Sprechende URLs werden nun durch den TYPO3-Core bereitgestellt und müssen nicht durch Installation einer Extension wie RealURL integriert werden. Für viele CMS ist dies eine Selbstverständlichkeit und TYPO3 bringt hier endlich eine wichtige Grundfunktionalität mit, die ein Redakteur von jedem CMS erwarten würde. Aus Entwicklersicht ist es sehr begrüßenswert, dass endlich ein verlässlicher Standard für das Thema URLs eingeführt wird, mit dem zukunftssicher entwickelt werden kann. Redakteure erhalten außerdem die Möglichkeit Weiterleitungen direkt im Backend zu pflegen, ohne dass Unterstützung von einem Entwickler oder Administrator erforderlich ist.

 

Seitenkonfiguration

Auch für XML-Sitemaps, wichtig für Suchmaschinen wie Google oder Bing, können nun mit wenig Aufwand eingerichtet werden. In der Seitenverwaltung können vom TYPO3-Administrator statische Routen wie beispielsweise „/robots.txt“ angelegt und mit Inhalt gefüllt werden. Das gilt auch für die Konfiguration von 404-Fehlerseiten. Auch wenn diese Punkte weiterhin eher ein Thema für Administratoren oder Entwickler der TYPO3-Seite sind, benötigt man dafür mit Version 9 LTS keinerlei Programmierkenntnisse. Zusätzlich lässt sich die Fehlerseite von Redakteuren wie jede andere Seite im TYPO3 pflegen, , wenn diese entsprechend eingerichtet ist. Ein weiteres Feature, das lange gewünscht war, ist die Möglichkeit der Bearbeitung von SEO relevanten Inhalten (Meta-Tags etc.) ohne zusätzliche Erweiterungen wie „cs_seo“ oder „yoast_seo“ installieren zu müssen. Die Optionen an Seiten bringen nun das Wichtigste mit. Eine extra SEO-Extension ist nicht mehr Pflicht, kann aber weiterhin einen Mehrwert bringen.

 

Sprachhandling

Das Sprachhandling rund um Übersetzung wurde weiter verbessert und ist zusammen mit den Konfigurationsmöglichkeiten in der Seitenverwaltung deutlich einfacher nachzuvollziehen. Dabei gehen trotzdem keine Möglichkeiten verloren, was Mehrsprachigkeit für Webseiten mit TYPO3 betrifft.

 

GDPR/DSGVO

GDPR und DSGVO sind in aller Munde, mit TYPO 9.5 LTS wird Konformität gewährleistet und bringt alle nötigen Funktionen mit um Redakteure und Entwickler dahingehend zu unterstützen datenschutzkonforme Webseiten mit TYPO3 umzusetzen.

 

Technische Neuerungen sorgen für bessere Performance und erhöhte Sicherheit


Wie mit fast jeder TYPO3 Version gibt es eine ganze Reihe von technischen Neuerungen „unter der Haube“, die Sicherheit sowie Performance verbessern und moderne Industriestandards einführen. Gerade der Punkt Sicherheit war für TYPO3 als Enterprise CMS immer im Fokus – mit Erfolg wie wir finden.
TYPO3 9 ist im Backend sowie im Frontend noch einmal ein ganzes Stück schneller im Vergleich zu Vorgängerversionen. Redakteure werden dies vor allem am Seitenbaum merken, der nun SVG-basiert neu umgesetzt wurde. Hinein zählt sicherlich auch die Unterstützung von neuen PHP-Versionen, die alleine schon ein deutliches Performance-Plus mit sich bringen. Das wirkt sich auch auf die Seitenladezeit aus.
 

Klein aber nützlich – sonstige Features, die wir schon jetzt nicht mehr missen möchten

•    Es gibt neue, einheitliche Pop-ups/Dialoge, wenn Inhalte bearbeitet werden (Ändern, Speichern, Löschen). •    Die Möglichkeit mit dem Nutzer-Switch schnell zum zuletzt simulierten Backendnutzer zu wechseln – sehr praktisch, wenn man Berechtigungen testen muss! •    Datensätze lassen sich mit einem Klick duplizieren. •    Die Backendsuche ist deutlich verbessert. Es werden jetzt auch Ergebnisse gefunden, wenn mehrere Wörter (multi-term) in das Suchfeld eingeben werden.


Wir halten den Blogbeitrag aktuell und ergänzen neue Informationen, die sich bis zum Release im Oktober ergeben.

Begriffserklärung:
*Core = Das ist der Kern des TYPO3 CMS. Er bildet die Grundlage und bringt die wichtigsten Funktionen für Content Management mit. Durch Erweiterungen (Extensions) kann der Core um weitere Funktionen ergänzt werden.

*LTS = Das ist die Abkürzung für „Long Term Support“. Für das System werden Updates (Sicherheitspatches, Bugfixes) für 36 Monate kostenlos bereitgestellt, für Version 9.5 bis 09/2021, optional mit ELTS bis 09/2024.

*Core-Erweiterungen – Auch der Core ist in Pakete unterteilt – sogenannte Core-Erweiterungen (Extensions). Diese können genauso wie Drittanbieter-Erweiterungen installiert oder deinstalliert werden. Das bringt den Vorteil, dass TYPO3 sehr flexibel aufgesetzt werden kann. Es wird nur installiert, was tatsächlich an Funktionalität gebraucht wird. So bleibt das System schlank und der Wartungsaufwand, z. B. bei Updates, bleibt klein.

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