Homeschooling bei 3m5. – Zwischen Vokabelheft und Webanwendung

27. Mai 2021

Die 3m5.-Eltern vereinbaren seit Monaten Homeschooling und Homeoffice. Die IT-Firma versucht, sie dabei bestmöglich zu entlasten: durch Flexibilität, Vertrauen und häufige Gespräche.

Andreas Wiedenfeld ist Projektleiter bei 3m5. und segelte vor einigen Monaten noch mit Frau und Sohn von der Ostsee bis ins Mittelmeer – flexibles Arbeiten ist er also gewohnt. Nun, wieder zu Hause, haben seine und zwei weitere Familien im Haus sich zu einer pandemiekonformen Gruppe zusammengeschlossen, bei der die Erwachsenen im Wechsel die insgesamt fünf Kinder betreuen. Zwei davon brauchen Homeschooling, drei sind Vorschulkinder. Wiedenfelds Frau kann nicht im Homeoffice arbeiten, also übernimmt er die Kinderbetreuung: „Bei den Schulkindern ist mir aufgefallen, dass aus den Aufgaben oft nicht hervorgeht, welche Kompetenz die Schüler durch sie vermittelt bekommen sollen. Die Kommunikation zur Lernmethodik fehlt.“ Zum Arbeiten kommt er neben der Kinderbetreuung kaum: „Ich arbeite abends. Bei 3m5. sind die Projekte zum Glück so flexibel aufgebaut, dass sich alles gut vereinbaren lässt. Im Team arbeiten alle selbstständig und die Verantwortung ist auf verschiedene Schultern verteilt, sodass keiner von uns auf andere ‚warten‘ muss. Schnelle Absprachen lassen sich außerdem meist telefonisch lösen.“


Vertrauen ins Team – keiner muss daueranwesend sein

Die Firma hat schon vor dem Pandemie-Office offene Kommunikation zu den Arbeitszeiten gelebt – und profitiert nun davon: Im firmeninternen Chat gibt es einen Kanal, der speziell dafür dient, Erreichbarkeit und Abwesenheit zu kommunizieren. Geschäftsführer Michael Eckstein betont, dass dieses Vertrauen innerhalb des Teams über Jahre etabliert wurde: „Es würde weder für die Eltern noch für die restlichen Mitarbeiter funktionieren, wenn sie im Homeoffice das Gefühl haben, daueranwesend sein zu müssen. Dieses Gefühl, dieses ‚die anderen wissen, dass ich arbeite, selbst wenn sie mich gerade nicht erreichen‘ ist aber nicht von heute auf morgen da. Und es bedarf einer gewissen Grundstimmung im Team, einer Zusammenarbeit, die nicht von ständiger Kontrolle geprägt ist.“ Dazu gehört, dass besonders die Eltern ihre Arbeitszeit unkompliziert verkürzen können und keiner erwartet, dass sie Homeschooling und Homeoffice parallel bewältigen. Eckstein sagt: „Die Führungskräfte haben fast alle selbst Kinder und wissen deshalb genau, dass das nicht umsetzbar ist. Und zu unserem Credo des familiären Arbeitens zählt, dass jetzt besonders die Kinder im Blickpunkt stehen. Sie leben seit Monaten im Ausnahmezustand, können ihren Hobbys nicht nachgehen und haben kaum bis keinen Kontakt zu Gleichaltrigen. Das drückt natürlich auch den Eltern aufs Gemüt.“


Erklärtes Ziel: Die Work-Life-Balance auch im Homeoffice wahren

Und noch etwas bemerkt Eckstein: Nach Monaten im Homeoffice gilt es, die Bindung zu den Mitarbeitern zu stärken. Auf seiner To-Do-Liste steht deshalb mindestens ein Mitarbeitergespräch pro Tag: „Das Miteinander ist schwieriger, wenn man sich fast nie sieht. Egal, wie toll das Team ist, wenn Absprachen in der Kaffeeküche und der zwischenmenschliche Kontakt langfristig nicht möglich sind, leidet die Teambindung. Das natürliche Gespräch nebenher fällt weg, deshalb mache ich diese festen Termine.“ Bei denen erkundigt er sich auch danach, ob Arbeit und Privates im Homeoffice nicht mehr als nötig verschwimmen. „Denn das ist nicht die Art der Flexibilität, die wir anstreben. Ich merke aber, dass es manchen schwerfällt, Arbeit nach Feierabend Arbeit sein zu lassen, wenn sie nur einen Meter entfernt auf dem Schreibtisch zu Hause liegt. Der Chef selbst lebt deshalb „das Gegenteil von Dauererreichbarkeit“ vor. Weil seine Frau in systemrelevanter Position arbeitet, hat er seinen Arbeitsalltag schließlich selbst mit der Betreuung seiner beiden Kinder zu vereinbaren.

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