In der Schatzkammer Europas

Die Digitalisierung geht voran im Dorotheum in Wien. Das zweitälteste Auktionshaus der Welt ist Kunde von 3m5.
Kunde
Dorotheum, Wien
Branche
Handel, Auktionshaus
Projekt
Relaunch des Onlineportals und des Online-Auktionstools
Leistungen
Konzeption, Umsetzung/Programmierung, Service
Technologie
TYPO3 CMS 8 LTS
Kunde seit
2016

Die Auktion an diesem Tag ist eine besondere. Versteigert werden historische wissenschaftliche Instrumente und Globen, klassische Fotoapparate und Zubehör. Was hier alles angeboten
wird, ist eine Etage tiefer ausgestellt, im ersten Stock des Palais Dorotheum im Herzen von Wien. Sonnenuhren, ein seltenes 3D-Modell des Vesuvs, ein 250 Jahre altes Tellurium, das mithilfe einer Mechanik die Bahn des Mondes um die Erde zeigt.

Die Auktion wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit – mit realen Kunstschätzen, Saalpublikum und telefonischen Geboten. Doch die Digitalisierung greift längst um sich im 300 Jahre alten Auktionshaus: Ein Teil der Versteigerungenfindet bereits komplett online statt, viele Gebote für normale Auktionen gehen über das Internet ein. 3m5. arbeitet daran, dass alles im Dorotheum noch digitaler wird: Für das bedeutendste Auktionshaus Kontinentaleuropas setzte das Unternehmen das Webportal neu auf und aktualisierte es auf die neue TYPO3-Version CMS 8 LTS. Das schafft die Basisefür alle Onlineaktivitäten der nächsten Jahre. Zudem erhielt der Bereich Onlineauktionen ein Update.

Dass online versteigert wird, hat dem Dorotheum eine sehr viel größere Reichweite gebracht als zu der Zeit, als Gebote ausschließlich vor Ort abgegeben wurden und man für die Betrachtung eines Gegenstands extra in die österreichische Hauptstadt reisen musste. Für Dinge, die nicht in Katalogauktionen versteigert wurden, musste man ohnehin vor Ort erscheinen. Heute steht alles im Netz – von den Auktionskatalogen
mit den historischen Schätzen bis hin zur aktuellen Schmuckkollektion des Hauses. "Das Dorotheum ist heutzutage der größte Schmuckhändler Österreichs", sagt Pressesprecherin Doris Krumpl. Auch das lockt Menschen an – online und offline. Täglich strömen Touristen und Einheimische ins Dorotheum gegenüber der Hofburg. "Unsere Besucher lieben es hier, für viele ist es wie ein Besuch im Museum mit anschließendem Gustieren im Café."

Wiener kommen auch, um Antiquitäten und Gemälde schätzen zu lassen, vormittags, links und rechts der Eingangshalle. "Manche denken, sie haben einen Goldschatz zu Hause, viele muss man dann leider
enttäuschen", sagt Doris Krumpl. Aber: "Viele sind auch überrascht, welche Werte sie besitzen." Das Dorotheum sei ein permanenter Umschlagplatz von Kunstgegenständen. Denn so volksnah das Haus ist, so exquisit sind einige der kunsthistorischen Schätze, die in den Nebengelassen des Palais aufbewahrt werden. Insgesamt gibt es 100 Experten für 40 Sparten, die alles bewerten und schätzen. Der wertvollste
Besitz, der hier wie alles kommissarisch für den Eigentümer bis zur Versteigerung gehütet wird, ist derzeit ein Gemälde, das hier alle die Sisi nennen.

Eine Entdeckung, die international für Aufsehen gesorgt hat, nicht nur unter Kunsthistorikern. Es handelt sich um ein Porträt von Elisabeth, der späteren Kaiserin von Österreich, aus jener Zeit, als sie sich mit dem
jungen Franz Joseph verlobt hatte. Sie war 15 Jahre alt und zeigt sich auf ihrem Lieblingspferd. "Hier nahm die ganze Geschichte ihren Anfang, die ganzen Schicksalsschläge lagen noch vor ihr. Auch dieses Bild zeigt sie ohne ein Lächeln, wie alle Porträts", sagt Caroline Ghiringhelli. Die Kunsthistorikerin hat gemeinsam mit einem ganzen Team von Experten an dem Bild geforscht, darunter Dimitra Reimüller, die den Bereich
Gemälde des 19. Jahrhunderts leitet, die Kunsthistorikerin Bianca Hawel und Georg Ludwigstorff, Experte für alle Fragen rund ums Kaiserhaus. Das Expertenteam hat das Bild vor einigen Monaten inspiziert, als es ans Dorotheum herangetragen wurde. Von wem? "Da sind wir sehr diskret", sagt Doris Krumpl. "Ich kann nur sagen, es stammt aus dem Privatbesitz von Nachfahren des Hauses Habsburg."

Die Sensation ist, dass von diesem bekannten Bild – eine Kopie hängt in den Kaiserappartements in der Hofburg – nun das Original aufgetaucht ist. "Es war eines der persönlichsten Besitztümer von Kaiser Franz Joseph", sagt Caroline Ghiringhelli. "Er hatte es von Sisi im Verlobungsjahr zu Weihnachten bekommen und von da an 60 Jahre über seinem Bett hängen." Das wertvolle Gemälde kam zur Auktion und wurde für eine siebenstellige Summer versteigert. Das Gebot fiel wesentlilch höher aus als der angesetzte Schätzwert. Auch dank des Internets – schließlich bieten bei so einem Schatz Personen und Institutionen auf der ganzen Welt mit.

Auch bei der Auktion der historischen Messinstrumente konnten sich die Summen sehen lassen, die über den Tisch gingen. Das höchste Gebot gab es für ein seltenes Reisebarometer mit Elfenbeinfuß, das für über 30 000 Euro unter den Hammer kam. Wobei der im Dorotheum nur symbolisch ist. Denn wenn der Zuschlag erteilt wird, besiegelt der Auktionator hier mit einem Glöckchen den Deal.

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