Geht es auch ohne Webseite?

24. Mai 2015

„Benötigt man den eigenen Webauftritt überhaupt noch?“, ist eine Frage, die sich in Zeiten von Facebook und Co. viele Unternehmen stellen. Schnell wird heutzutage die Entscheidung zugunsten eines Sozialen Netzwerks getroffen, welches die eigene Webseite ersetzen soll. Eine eigene Facebook-Präsenz zu betreiben liegt dabei zurzeit ganz besonders im Trend.

Die Entscheidung, deshalb künftig auf das eigene Webportal zu verzichten, ist dabei allerdings nicht vertretbar. Neben dem Verlust der Datenhoheit gibt es weitere Gründe für die Beibehaltung des eigenen Webauftritts.

Wahrnehmung der eigenen Marke

Das Branding der eigenen Marke ist ein wichtiges Asset für ein Unternehmen. Nicht umsonst wird sehr viel Aufwand betrieben, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und den richtigen Markenwert

„Benötigt man den eigenen Webauftritt überhaupt noch?“, ist eine Frage, die sich in Zeiten von Facebook und Co. viele Unternehmen stellen. Schnell wird heutzutage die Entscheidung zugunsten eines Sozialen Netzwerks getroffen, welches die eigene Webseite ersetzen soll. Eine eigene Facebook-Präsenz zu betreiben liegt dabei zurzeit ganz besonders im Trend.

Die Entscheidung, deshalb künftig auf das eigene Webportal zu verzichten, ist dabei allerdings nicht vertretbar. Neben dem Verlust der Datenhoheit gibt es weitere Gründe für die Beibehaltung des eigenen Webauftritts.


Wahrnehmung der eigenen Marke

Das Branding der eigenen Marke ist ein wichtiges Asset für ein Unternehmen. Nicht umsonst wird sehr viel Aufwand betrieben, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und den richtigen Markenwert damit zu verbinden. Die eigene Marke steht jedoch in einem sozialen Netzwerk wie z. B. Facebook immer an zweiter Stelle, zumal man relativ wenig Einfluss auf die Gestaltung der Seite hat.

Um das Branding zu unterstützen, spielt die Corporate Identity (CI) eine entscheidende Rolle. Die CI tritt jedoch in Social Media Portalen völlig in den Hintergrund. Mehr als ein Logo kann man häufig nicht nutzen, um eine Verbindung zum eigenen Unternehmen zu schaffen.

Eine der Ausnahmen ist hier allerdings Youtube. Ein „Branded-Channel“ kann nahezu komplett nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Mit der richtigen Programmierung kann man auch die unterschiedlichsten Funktionen einbauen. Diese Möglichkeit bekommt man jedoch nicht umsonst. Man muss dafür Werbung einkaufen.

Ein Beispiel ist der Channel der Firma Siemens, wobei auch dabei das Logo von Youtube zu sehen ist.


Traffic-Analyse

Den Traffic einer Webseite mithilfe eines pixelbasierten Webanalysetools zu messen ist heute kein Problem. Als Beispiel kann man die Messung mittels eines Funnels nehmen, bei der man z. B. genau messen kann, an welcher Stelle User vermehrt aussteigen. Das ist gerade in Verkaufsprozessen besonders wichtig, um feststellen zu können, ob der Verkaufsprozess funktioniert und ob die Kunden, die von einem bestimmten Channel kommen, überhaupt kaufen.

Eine Messung in dieser Form ist mit einem Social Media Portal sicherlich, wenn überhaupt,  nur sehr schwer zu machen.

Generell kann man die eigenen Inhalte nur vernünftig analysieren, wenn man weiß, was die Nutzer tun. Bei der Verlagerung in soziale Netzwerke ist das nur schwer möglich. Die Statistiken sind da eher dürftig.


Ownership der Daten

Bevor man sich entschließt, die eigenen Daten in ein Social Media Portal, wie z. B. Facebook,  zu verlagern, sollte man sich die Nutzerbedingungen genau durchlesen. Unter Umständen verliert man die Rechte an den eigenen Inhalten, was sicherlich nicht erstrebenswert ist.

Neben den eigenen Inhalten muss man dabei auch an die Nutzerdaten denken, die man durch die Maßnahmen generiert. Schließlich möchte man diese ja vereinnahmen und hinterher nutzen dürfen. Bei Newslettern ist da auch das Double-Opt-In-Verfahren zwingend erforderlich. Das lässt sich in sozialen Netzwerken nur schwer lösen. Dazu gehören die gewonnenen Nutzer unter Umständen dem Netzwerk und nicht mehr dem Unternehmen.


Zielgruppengerecht publizieren

Im Rahmen aller Online-Marketing-Aktivitäten spricht man in der Regel die unterschiedlichsten Zielgruppen an. So muss man sich bei der Verwendung von Social Media Portalen fragen, ob alle Stakeholder auch dort anzutreffen sind. Das ist sicherlich meist nicht der Fall, zumal die Nutzer auch weiterziehen können. Eine Präsenz bei StudiVZ würde heute nicht mehr viel nützen, wenn man Studenten ansprechen möchte. Die sind mittlerweile alle zu Facebook umgezogen.

Es muss aber auch nicht gleich das ganze Netzwerk baden gehen, damit Zielgruppen ihre Vorlieben ändern. Es ist hier zu empfehlen, die eigene Präsenz in den Social-Media-Portalen zu nutzen, um mit der Zielgruppe in den Dialog zu treten und die weiteren Informationen über eine Landingpage auf der eigenen Webseite zu präsentieren.


Suchmaschinen

Es gibt eine Tendenz dahin, dass sich immer mehr Suchaktivitäten in sozialen Netzwerken abspielen. Deshalb legen immer mehr Nutzer Wert auf die Empfehlungen anderer Nutzer. Empfehlungsmarketing spielt aus diesem Grund eine immer größere Rolle. So ist es ratsam, jetzt schon dort mit einer eigenen Präsenz vertreten zu sein, wo die Stakeholder schon sind oder in Zukunft erwartet werden.

Nun spielt aktuell die Suche über Google immer noch die größte Rolle bei der Suche nach Informationen und Produkten. Dabei sind im Index der Suchmaschinen immer noch die Webseiten mit den relevanten Inhalten und dem besten Pagerank auf den ersten Plätzen zu finden. Ein hoher Pagerank lässt sich sicherlich auch besser auf der eigenen Webseite erreichen. Dieser würde verloren gehen, wenn man allzu unvorsichtig einen Wechsel in ein Social Media Portal durchführt.

Aktuell ist es also immer noch die bessere Lösung, über SEO auf der eigenen Webseite nachzudenken, als auf die sozialen Medien zu setzen. Allerdings muss man diese beobachten und kann sie in die eigenen SEO-Maßnahmen einbinden.


Die eigene Webseite bleibt (noch) die bessere Lösung



Auf Dauer gesehen wird eine Integration der eigenen Webinhalte in die sozialen Medien immer wichtiger. Besonders wichtig ist es dabei, die Inhalte immer an einer Stelle zu pflegen und in die anderen Kanäle zu integrieren. Dabei ist es wichtig, die eigenen Daten in einer strukturierten Form abzulegen, damit diese in den verschiedensten Kontexten zur Verfügung gestellt werden können. Bei usergenerierten Inhalten ist es sicherlich empfehlenswert, Mechanismen wie Folksonomy zu nutzen, damit die Inhalte von den Usern getagged werden können, um so wieder eine Strukturierung zu ermöglichen.

Die eigene Webseite als zentrales Element der Online-Aktivitäten eines Unternehmens ist heute immer noch unverzichtbar. Neben den genannten Vorteilen kommt noch die Flexibilität bei der Umsetzung hinzu. Es wird jedoch heutzutage immer wichtiger, den eigenen Auftritt mit den sozialen Netzwerken zu verzahnen. Dies macht man am besten über die Nutzung von Newsfeeds, oder man bindet Widgets mit den entsprechenden Inhalten auf der eigenen Seite, die so mit den eigenen Social-Media-Kanälen verbunden ist. Das gehört bei einem Multichannel-Marketing heute einfach dazu.

Die meistgelesenen Artikel bei 3m5.
Diese Webseite nutzt Cookies, um sicherzustellen, dass Sie bei der Nutzung die bestmögliche Erfahrung machen. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.
Ablehnen Cookies zulassen