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Facebook integriert Banking

14. März 2015

Facebook zeigt deutliche Schritte in Richtung E- bzw. F-Commerce. (Link) Zum reinen Verkaufen gehört auch das Bezahlen und der Transport dazu. Ebay hat es mit der Übernahme von Paypal vor einigen Jahren vorgemacht, dass es sinnvoll ist, die Wertschöpfungskette des E-Commerce möglichst umfassend abzubilden.

P2P Payment
Facebook scheint einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass in jedem Facebook Messenger eine Bezahlfunktion für ein Peer-to-Peer Bezahlen integriert ist. (Link)


Bezahlfunktion bei Facebook Messenger (Link)

Bisher steht diese Funktionalität noch nicht zur Verfügung, aber Facebook wird diese wohl demnächst freischalten. (Link) Im Bereich P2P Payment gibt es zahlreiche Apps, aber noch keine App ist in ein Social Media Netzwerk integriert. Somit würde Facebook durch die Integration eines P2P Payments den Mehrwert des Facebook Messenger entsprechend aufwerten. Direkt damit verbunden wären auch Vorteile bzw. Potenziale in den Bezahltransaktionen bei E-Commerce Apps bzw. in den Gruppen auf Facebook die jetzt schon verfügbare Kaufmöglichkeit mit der Bezahlmöglichkeit zu koppeln.


Vergleich P2P Payment-Lösungen (Link)


Die Kosten für die bisherigen Lösungen halten sich in Grenzen. Somit ist anzunehmen, dass Facebook hier keine Gebühren für die Nutzung verlangen wird.


Monetarisierung – „Spiel über Bande“
Eine direkte Monetarisierung ist nach unserer Sicht nicht das Ziel von Facebook. Das Ziel liegt in der Ausweitung von E-Commerce Angeboten auf Facebook. P2P Payment kann und wird F-Commerce nach unserer Einschätzung wie folgt unterstützen:

  1. P2P Payment unterstützt die Verkaufen-Funktion in Facebook Gruppen (C2C)
  2. Zunehmende Wahrnehmung von Facebook als „soziale“ E-Commerce-Plattform
  3. Integration von Payment-Funktionalität in E-Commerce-Angeboten
  4. Monetarisierung über mögliche Transaktionsprovisionen im B2C-Bereich
  5. Monetarisierung über Werbung wie Multiple Product Ads


Banking
Betrachtet man die zunehmenden Apps und Angebote im Bereich Banking, wird einem klar, dass die Branche der Finanzdienstleister vor einer disruptiven digitalen Revolution steht.
P2P-Payment wird zunehmend an den Banken und Sparkassen vorbei organisiert. Apps, die das Bezahlen erleichtern, werden von neuen Startups auf den Markt gebracht. So gibt es mittlerweile einige Apps, mit denen einfach Rechnungen abfotografiert werden können und die Rechnungsdaten werden dann automatisch übertragen, wie finanzblick überweisung oder Gini Pay.


Beispiel finanzblick überweisung


Beispiel Gini Pay

Nicht nur im Bezahl-Bereich gibt es Apps, auch im Bereich P2P-Kredite gibt es zahlreiche Anbieter. In Deutschland können hier Plattformen wie Auxmoney, Lendico oder Zencap angeführt werden.


Lendico
Um Geld zu verleihen, bedarf es eines hohen Grads an Vertrauen und damit Zeit. Dieses muss durch die Nutzung langsam aufgebaut werden. Langsam, aber äußerst disruptiv für die Finanzdienstleistungsbranche für den Endkundensegment.

Erst vor einem guten Monat ist Number26 als kostenfreies Smartphone-basiertes Girokonto gestartet.


Girokonto Number26 (Link)

Number26 konzentriert sich auf die reinen Geldtransaktionen und das Geschäftsmodell beruht auf einer Transaktionsgebühr seitens der Händler und natürlich am Einlagengeschäft.


Facebook & E-Commerce & Banking
Facebook hat schon P2P Payment umgesetzt, nur noch nicht freigeschaltet. Andere Apps im Bereich Mobile Banking sind ebenfalls verfügbar. So wäre denkbar, dass jede E-Commerce Plattform und auch Facebook überlegt, wie die Schritte hinsichtlich Payment und der Erweiterung der eigenen Wertschöpfungskette sein können.
Aus unserer Sicht wäre es durchaus denkbar, wenn Amazon, Ebay oder Facebook Dienste wie Girokonten oder P2P Kreditplattformen integrieren. So könnte der Konsument seinen Verbraucherkredit direkt auf der E-Commerce-Plattform abschließen. Den Kredit bekommt er dann von anderen Käufern und die E-Commerce Plattform kann sogar die Bonität beim Shopping bewerten.


Unsere Handlungsempfehlung
Werbetreibende und Agenturen sollten diese Möglichkeiten der neuen Zahlungsabwicklungen für sich prüfen. Aus Sicht des Autors spricht alles dafür, solche Applikationen in die eigenen Services oder Kampagnen zu integrieren. Jeder Service und jede Kampagne führt letztendlich zum Kauf von Produkten.
Die Zielgruppe dieser Fintech-Apps und neuen Zahlungsmöglichkeiten ist eine für Unternehmen höchst attraktive Zielgruppe.

Tags facebook e-commerce payment c2c b2c Views: 2302

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