Wearables & Smart Insurance

12. August 2016

Smart Insurance

Solche Versicherungsprodukte sind ein Tausch von personenbezogenen Daten über das eigene Nutzungsverhalten gegen Rabatte und/oder Nachlässen.

Schon heute werden Versicherungskunden mit ihren spezifischen Risikoprofilen in Gruppen zusammengefasst. Zukünftig kann so diese Segmentierung der Kunde selbst mitbeeinflussen. Dem Kunden obliegt es selbst, sein risikobewusstes Verhalten zu monitoren und zu zeigen, um dadurch in einem zu ihm besseren passenden Tarif zu kommen. Ein besseres Risikomanagement seitens des Versicherers ist somit möglich.

Wearables sind hier das Werkzeug, um genau diesen Tausch von Daten zu ermöglichen.

Wir sind auf dem Weg zu einer Individualisierung von Versicherungsprodukten, die der Kunde selbst bestimmen kann.

Die Telematik-Tarife und Gesundheitsprogramme wie Vitality zeigen wie Smart Insurance aussehen kann.

Eine Versicherung ist vereinfacht ausgedrückt eine Gemeinschaft, die bei außergewöhnlichen Schäden hilft. Nicht jede Lebensweise, nicht jeder Beruf oder das Nutzen unterschiedlicher Produkte führen zu dem gleichen Risiko. So gibt es für die verschiedenen Gruppen entsprechende verschiedene Versicherungsprodukte und Versicherungsklassen. Ein anschauliches Beispiel sind die Klassen bei Autoversicherungen, z. B. ein BMW X6 ist in einer anderen Klasse als ein Opel Adam.

Schauen wir uns an, wie Versicherungen die Möglichkeiten von Wearables für sich nutzen können.


Wearables & Smartwatches
Der Markt für Wearables steigt sukzessive an. So sehen die Marktforscher von IDC einen Anstieg um 29% auf 102 Mio. Geräte in diesem Jahr. Bis 2020 wird mit einem Marktvolumen von ~ 214 Mio. Wearables weltweit gerechnet. (Link) Davon entfällt ein großer Anteil auf Smartwatches, hier sollen nächstes Jahr ~75 Mio. verkauft werden. (Link)

Momentan nutzen Smartwatches und Wearables noch ein Smartphone zur Internetverbindung (Tethering). Zukünftig werden Wearables selbst einen Internetzugang herstellen und agieren dann unabhängig. Wearables sind dann die Plattformen für all seine persönlichen Internet-of-things-Applikationen.
 


Wearables (Bildquelle: Blog Firstapp)

Zunehmend werden die Wearables mit unserer Kleidung und Brillen verschmelzen. So können nach den Analysten von IDC grob folgende Kategorien unterschieden werden:

Smartwatches
Dieser Bereich wird auch zukünftig dominieren. Mehr als die Hälfte aller Wearables werden in 2020 Smartwatches sein. Gerade auch Uhrenhersteller wie Fossil oder im Fitnessbereich aktive Unternehmen wie Withings werden hier Modelle auf den Markt bringen.

Armbänder
Die Armbänder sind aktuell sehr präsent, gerade Modelle von Xiaomi und Fitbit. Hier wird erwartet, dass seitens der Smartwatches die Konkurrenz zunehmend wird.

Brillen
Brillen oder allgemein Eyewear werden immer intelligenter. So werden entsprechend mehr Funktionalitäten in Brillen selbst integriert. Dadurch werden zunehmend Augmented Reality – Anwendungen im privaten und beruflichen Kontext möglich.
 


Hololens von Microsoft

Kleidung
Die Integration der Vernetzung erfolgt auch direkt in Kleidung. Zunehmend entwickeln Textilhersteller und IT-Unternehmen gemeinsame Produkte in diesem Bereich, wie z.B. Levi´s und Google bei der Smart Jacket, mit der durch Körperbewegungen und Berührungen der Jacke das Smartphone gesteuert wird. (Link)
Lenovo bringt den Smart Shoe auf den Markt, der zugleich als vernetzter Personal Trainer fungiert.


Smart Shoe von Lenovo


Begleiter überall
Die Smart Clothes und Wearables werden zunehmend zum selbstverständlichen Accessoire und somit zum alltäglichen Begleiter. Jedes Wearable hat mindestens einen Sensor, um die Aktivitäten des Nutzers oder die Umgebung wahrzunehmen und dann entsprechend Informationen oder Unterstützung zu geben.
Somit monitort das Wearable das Nutzungsverhalten und damit auch das aktuelle Risikoverhalten des Nutzers, z. B.:

 

  • Das individuelle Autofahrprofil ergibt zusammen mit örtlichen Gegebenheiten (z.B. Ort, Tageszeit, Komplexität der Situation) das Risikoprofil.
  • Fitnessarmbänder messen eine ausgewogene Bewegung und Ernährung und geben Aufschluss auf ein gesundheitsbewusstes Verhalten des Nutzers.
  • Das Reiseverhalten zeigt die Häufigkeit von Reisen in unterschiedliche Länder. Je nach Häufigkeit und Länder entstehen unterschiedliche Risiken.


KFZ-Versicherung
Wir hatten bereits Anfang 2014 über den ersten Telematik-Tarif in Deutschland bei der Sparkassenversicherung berichtet.
 


Telematik-Box der VHV

Mittlerweile bieten verschiedene Versicherer entsprechende „Telematik-Boxen“ mit entsprechenden Tarifen bzw. Nachlässen an. So sind u. a. die Allianz und VHV mittlerweile dabei, solche Tarife anzubieten. Nachlässe können so bei der Versicherungsprämie „erfahren“ werden. (Link)
 


Funktionsweise von Telematik-Tarifen

Gesundheitsbereich
In anderen Ländern bieten Versicherungen ihren Kunden bereits Tarife an, die ein gesundes Verhalten belohnen. Ähnlich wie im KFZ-Bereich wird ein bewusstes, risikominderndes Verhalten aufgezeichnet und an das Versicherungsunternehmen mitgeteilt. Dieses gewährt dann wiederum Nachlässe auf den Tarif.
Discovery ist ein südafrikanisches Versicherungsunternehmen, welches die Kunden über verschiedene Instrumente und Aktionen zum gesundheitsbewussten Handeln anregt. Dabei steht für den Kunden nicht der Versicherungstarif im Vordergrund, sondern ein komplettes Fitnessprogramm mit Rabatten bei Lebensmitteleinzelhändler für gesunde Ernährung, Fitnessstudios und Rabattmöglichkeiten bei verschiedenen Partnern.
 


Vitality-Programm von Discovery

Vitality-Kunden sind nicht nur Versicherungskunden, sondern der Versicherer Discovery unterstützt direkt ein gesundheitsbewusstes Verhalten. So wird das Vitality-Programm in Südafrika fast als ein Lifestyle-Produkt gesehen.

In Deutschland startet nun der Versicherer Generali in Kooperation mit Discovery das Vitality-Programm. Dieses Gesundheitsprogramm kann der Kunde in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung erhalten.
 



Generali Vitality – Programm



Es ist abzuwarten, welche Zielgruppen sich bei dem Vitality-Programm in Deutschland angesprochen fühlen. Auf jeden Fall wird ein gesundheitsbewusstes Verhalten belohnt.


Smart Insurance
Solche Versicherungsprodukte sind ein Tausch von personenbezogenen Daten über das eigene Nutzungsverhalten gegen Rabatte und/oder Nachlässen.
Schon heute werden Versicherungskunden mit ihren spezifischen Risikoprofilen in Gruppen zusammengefasst. Zukünftig kann so diese Segmentierung der Kunde selbst mitbeeinflussen. Dem Kunden obliegt es selbst, sein risikobewusstes Verhalten zu monitoren und zu zeigen, um dadurch in einem zu ihm besseren passenden Tarif zu kommen. Ein besseres Risikomanagement seitens des Versicherers ist somit möglich.

Wearables sind hier das Werkzeug, um genau diesen Tausch von Daten zu ermöglichen.

Wir sind auf dem Weg zu einer Individualisierung von Versicherungsprodukten, die der Kunde selbst bestimmen kann.
Die Telematik-Tarife und Gesundheitsprogramme wie Vitality zeigen wie Smart Insurance aussehen kann.

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