Snap Commerce & NFC – unsere Trends zu Weihnachten

14. Dezember 2013

Ein relativ neuer Trend ist SnapCommerce. Ein Snap (Schnappschuss, Foto) von einem Produkt löst das Interesse an einem Produkt und einen möglichen Kauf aus. Eine Applikation hier greift ein klares Bedürfnis von Konsumenten auf. Wenn diese etwas irgendwo sehen, dann möchten sie es am liebsten besitzen.

Electronic Commerce (E-Commerce) ist wohl der erste und älteste Vertreter von gravierenden neuen Ausprägungen des Handels in den letzten Jahren. So entstanden neue Wortschöpfungen im Bereich des digitalen Handels, über die man regelmäßig stolpert. Manche setzen sich durch, manche weniger.
Silent Commerce z.B. aus dem Jahr 2000/2001 bezeichnet sogenannte Digital Business Agents dar. Diese sollen quasi autonom im Netz auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und automatisch miteinander handeln. Bis dato sind diese Agents primär nur eine Zukunftsvision.

Local Commerce und Mobile Commerce hingegen beisitzen funktionierende Geschäftsmodelle. Hier finden sich offensichtliche Verknüpfungen zum E-Commerce.

Snap Commerce
Ein relativ neuer Trend ist SnapCommerce. Ein Snap (Schnappschuss, Foto) von einem Produkt löst das Interesse an einem Produkt und einen möglichen Kauf aus. TrendOne hat den sogenannten Microtrend im August dieses Jahres aufgespürt (Link). Eine Applikation hier greift ein klares Bedürfnis von Konsumenten auf. Wenn diese etwas irgendwo sehen, dann möchten sie es am liebsten besitzen.

So können z.B. Nutzer von Hunt das gewünschte Produkt einfach mit dem Smartphone aus Zeitschriften bzw. von überall aus fotografieren, stellen dieses auf die Plattform und die „Jagd“ nach dem Produkt und einem entsprechenden Händler beginnt. Durch die soziale Vernetzung auf Hunt direkt und via Facebook können so die Freunde beim Suchen nach dem gewünschten Produkt helfen.


Start an new hunt


Gesuchtes Produkt auf The Hunt

Wie man oben sieht, können Bilder von Pinterest, Instagram und Tumblr genutzt werden. Somit bummelt der Nutzer virtuell auf diesen „Foto-Plattformen“ und wenn man etwas entdeckt, kann der Nutzer dieses dort teilen oder sich mit Tools wie Hunt auf die Suche nach dem Produkt der Begierde begeben.

Snap Commerce trifft es als Wortschöpfung sehr genau. Bilder werden selbst zur Suchanfrage. Der ungewollte Medienbruch wird beseitigt und spontane Kaufimpulse können direkt angestoßen bzw. im besten Fall befriedigt werden.

Eine spannende Aufgabe liegt darin, auch die Produkte zu finden, die man über Fotos sucht. Eine Erkennung von Fotoinhalten ist dabei essentiell.

Fotoerkennung
Fotoerkennung ist schon weit fortgeschritten. Auf Facebook können mit einer Erkennungssoftware Personen aus Bildern erkannt werden. Momentan ist dieses aufgrund des europäischen Datenschutzes nur außerhalb von Europa möglich. (Link)
Google hat eigene Algorithmen entworfen und diese in die Google Bildersuche integriert. Nach Angaben zu den Algorithmen wird jedes Bild in kleinere Einzelbilder zerlegt und anschließend analysiert. Dazu werden die Einzelbilder in 7 Layer eingeteilt und nach über 60 Mio. Merkmalen unter- bzw. durchsucht. (Link)

Das folgende Bild zeigt exemplarisch Bilder und mögliche Erkennungsoptionen. Eine Präsentation der Universität Toronto zeigt die Anwendung Neuronaler Netze bei der Bilderkennung. Google`s Technologie ist hieran angelehnt. (Link)


Bilderkennungs-Algorithmus Universität Toronto

Instagram Storefront
Nach dem Ausflug in die Fotoerkennung zurück in den Bereich Commerce. Der Harvard Business Review schrieb vor ein paar Wochen treffend „Does Your Company Need an Instagram Storefront?
Auslöser war der Trend in Kuwait, wo Instagram für das Verkaufen von Artikeln genutzt wird. Fotos von Produkten werden mit einem Preisschild versehen und Instagram wird zur Storefront des Herstellers oder Händlers. (Link)

Beispiel Instagram Storefront

Instagram wurde erst vor ~ 1,5 Jahren von facebook gekauft.  facebook ist das soziale Netz zur Kommunikation zwischen den Nutzern. Eine Kommerzialisierung im Sinne eines E-Commerce ist eher schwierig und facebook läuft hier Gefahr, das Vertrauen in eine „ungestörte“ C2C-Kommunikation zu beschädigen. Pragmatisch ausgedrückt: Verkaufen ist auf C2C-Plattformen wie facebook eher verpönt.

Wenn man nun auf der anderen Seite Instagram mit den ersten Storefronts sieht, könnte genau hier eine Möglichkeit der Integration von E-Commerce in soziale Netze liegen. Instagram kann sich im B2C-Bereich von dem Sozialen Netz für Fotos zur Plattform im Snap Commerce entwickeln.

Instagram eignet sich sehr gut, um über Fotos ein Engagement zu den Nutzern und Käufern aufzubauen. So können Hersteller und Händler sehr einfach, neue Produkte teilen bzw. einen aktuellen Einblick in das lokale Geschäft vor Ort geben.

Hersteller und Händler gleichermaßen tun gut daran, Instagram als Marken- und Produktplattform für sich zu entdecken und über Fotos das Engagement der Nutzer und Kunden zu aktivieren. Zugegeben, eine Foto-Content-Strategie auf Instagram oder Pinterest ist für viele Hersteller oft leichter zu realisieren als eine Social Media Strategie auf Facebook mit abwechslungsreichen Content.

Bezahlen via NFC- überall
Die Technologie von NFC ist wahrlich nicht neu. Der Handel und auch die Hersteller tun sich schwer damit, NFC-Technologie flächendeckend einzuführen. Wir hatten in unserem Blog des Öfteren dazu geschrieben: 3m5 Blog

Visa & NFC (Link)

Vor kurzem wurde angekündigt, dass Sportarena, Galeria Kaufhof und Dinea das kontaktlose Bezahlen via NFC ermöglichen werden. Kunden können hier mit ihrer NFC-fähigen Kreditkarte oder ihrem Smartphone bezahlen. (Link)
Cashcloud bietet eine Lösung mit einem NFC-Sticker an. Der NFC Sticker dient als Zahlkarte und ermöglicht das kontaktlose Bezahlen. Diese Lösung basiert auf dem Prepaid-Prinzip und soll in erster Linie Jugendliche ansprechen. (Link)


NFC-Sticker von Cashcloud

Das Bezahlen mit Smartphones steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Die Sticker-Lösung könnte durch die Einfachheit dieser neuen Art des Bezahlens zu einem Aufschwung verhelfen. Zum Vergleich, 2010 stattete Softbank in Japan iPhones mit einem NFC-Sticker aus und machte über diese Weise das mobile Bezahlen hoffähig. (Link)
Auch McDonalds fängt an, das Bezahlen via NFC einzuführen. In Kanada wurde eine Debit-Card mit der NFC-Bezahlfunktion ergänzt und kann bei McDonalds eingesetzt werden.

NFC Debit Card in Kanada

Auch wurde die NFC-Bezahltechnologie für McDonalds in Kuwait getestet und eingeführt. 2014 wird ein Projekt von McDonalds zu NFC in Europa, genauer Belgien, starten.


Zusammenfassung und Ausblick

 

  • Unternehmen im B2C-Markt sollten aus Sicht des Autors beginnen, Plattformen wie Instagram und Pinterest zur Präsentation ihrer Produkte zu nutzen. Unternehmen, die eher immaterielle Güter vertreiben, können auf diesen Plattformen sehr gut ihre Dienstleistungen durch Referenzen o.ä. darstellen.
     
  • NFC-Bezahltechnologie kommt, endlich auch in Deutschland. Wenn der erste Kunde bei einem Händler ohne NFC-Bezahlmöglichkeit mobil bezahlen möchte, wird sich die NFC-Technologie sehr schnell bei sämtlichen Händlern durchsetzen. Vorreiter in diesem Bereich zu sein, ist innovativ und investitionssicher.

 

 

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