Mit Monitoring den Nachrichten auf der Spur am Beispiel von #icebucketchallenge & Proteste in #Ferguson

13. September 2014

Ein Social Media Monitoring hilft Unternehmen, genau zu wissen, zu welchen Inhalten welche Zielgruppe auf welcher Plattform diskutiert.

Mit diesem Wissen kann das Unternehmen sehr treffsicher den richtigen Content auf der richtigen Plattform platzieren.

Jede Sekunde passieren auf unserer Welt Dinge, über die mittels sozialer Netze augenblicklich publiziert wird und bei entsprechender Relevanz kommentiert und weiterverbreitet werden. Dieses ist allen Lesern allseits bekannt …
In den letzten Wochen gab es zwei Ereignisse, die vom Inhalt sehr unterschiedlich waren, aber von der Relevanz eine sehr hohe Bedeutung für die jeweiligen sozialen Netze hatten: #icebucketchallenge und die Proteste in #Ferguson.

Monitoring-Tools
Es gibt zahlreiche Monitoring-Tools, die mit jeweiligen API der Sozialen Medien wie Twitter, Facebook, etc. kommunizieren und dort die verfügbaren Daten wie Nutzer, Nachrichten etc. abrufen, die Daten entsprechend aufbereiten und dann diese angereicherten Daten in Form von Informationen zur Verfügung stellen.
Durch die Änderungen der jeweiligen API-Schnittstelle bei den Diensten wie Twitter und Facebook unterliegen die Monitoring-Diensten jeweils der Strategie der Plattformen. So entstehen neue Dienste und andere Dienste können nicht mehr durch eine Änderung der API ihre Services anbieten.

 
Screenshot Twitter-Tool monitter

Aktivitäten in Social Media zu beobachten, zu monitoren, gehört zum Pflichtprogramm von Social Media im Kommunikationsmix. Ohne eine Monitoring weiß ein Unternehmen nicht in welchen Kanälen, zu welchen Themen von welcher Zielgruppe gesprochen wird.

Ein Social Media Engagement ohne Monitoring ist Blindflug ohne Ziel.

Eine gute Übersicht von Monitoring-Tools ist auf der Website von http://www.onlinemarketing-praxis.de zu finden. Einige Werkzeuge sind leider nicht mehr aktuell, hier hilft nur, selbst die Aktualität und den Nutzen für das Monitoring und die genaue Fragestellung zu testen.

 
Monitoring-Tools

Monitoring von #icebucketchallenge & #Ferguson
Ein gutes Überblickstool für Social Media Aktivitäten ist Topsy. Hiermit kann man gut Content nach Text, Bildern und Videos auf verschiedenen Plattformen auswählen und bekommt so entsprechend das Nachrichtenaufkommen pro Zeit visualisiert.
Die Beispiele im letzten Monat die Ice Bucket Challenge und die Proteste in Ferguson, die beide in etwa gleichzeitig stattfanden, werden in Topsy wie untenstehend visualisiert.
 


Topsy

Interessant hierbei ist, dass die Verläufe ganz unterschiedlich sind. Bei #ferguson gab es anscheinend einen Auslöser am 13.8., der die Nachrichten und deren Verbreitung beflügelte.
Genau an diesem Tag gegen 19:39 Uhr Ortszeit wurden die Reporter Ryan J. Reilly der Huffington Post und Wesley Lowery der The Washington Post verhaftet. Diese filmten Polizisten, als diese in einer McDonalds-Filiale waren. (Link)

Genau dieses Ereignis löste diesen steilen Anstieg der Nachrichten und deren Verbreitung zu #ferguson aus.


Twitterprofil Patrick Ruffini

Die Reporter wurden 1/2h nach der nicht gerechtfertigten Verhaftung freigelassen, aber diese Verhaftung sorgte durch die Vernetzung der beiden Reporter (Wesley Lowery ~114.000 Follower & Ryan J. Reilly mit ~65.400 Follower) für entsprechende Publicity und Relevanz in den sozialen Medien.


Twitter oder Facebook?
Nicht alle Themen werden auf Twitter oder Facebook gleichermaßen diskutiert und weiterverbreitet.
#ferguson war das Thema schlechthin auf Twitter. Nach der Analyse mittels Tweetreach wurden im August über 4 Mio. Nutzer erreicht.


Tweetreach

Das andere zeitgleiche Thema im August war die Ice Bucket Challenge. Als Auslöser für das Massenphänomen wird das Posting von dem Golfer Chris Kennedy am 15.7. gesehen.


Profi-Golfer Chris Kennedy (Link)

Die Verbreitung der #icebucketchallenge nahm eine langsame Verbreitung seit Mitte Juli und stieg am 15./16.8. sprunghaft an und hatte das Maximum am 20./21.8.2014.


Google Trends


In Deutschland war die Relevanz und Verbreitung etwa zeitversetzt um 1-2 Tage.

Interessanterweise war diese Aktion kein Thema für das soziale Netzwerk Twitter. So wurde das Thema bzw. der Wettbewerb nur am Rande diskutiert.



Tweetreach #icebucketchallenge
 

Die #icebucketchallenge war ein Thema für Facebook.
 

Nach der Analyse von Facebook selbst, waren 28 Millionen Facebook-Nutzer in das Thema Ice Bucket Challenge involviert wurden, z.B. durch eigenes Posting, Liking, Kommentieren.
2.4 Mio. Videos wurden auf Facebook geteilt.


Verbreitung #icebucketchallenge in den USA

In der Grafik sieht man sehr gut, dass Nutzer in Boston entsprechend für Verbreitung sorgten. Facebook selbst sieht hier den Auslöser und Katalysator bei Pete Frates, einem an ALS erkrankten Baseball-Spieler.

Facebook veröffentlichte auch die Top 10 – Länder (Link) :
1.    United States
2.    Australia
3.    New Zealand
4.    Canada
5.    Mexico
6.    Brazil
7.    Germany
8.    Philippines
9.    Puerto Rico
10.    India
Deutschland scheint gegenüber anderen europäischen Staaten hier besonders facebookaffin zu sein.


Facebook & Twitter – 2 Plattformen für unterschiedliche Zwecke
Facebook und Twitter sind Social Media Plattformen. Unser Beispiel mit #ferguson und #icebucketchallenge zeigen unterschiedliche Nutzungen und damit unterschiedliche Relevanz von Inhalten.

Bei Facebook tauchten die Proteste von schwarzen Demonstranten in Ferguson kaum auf. Dieses liegt an dem Facebook-Algorithmus zum Anzeigen von Inhalten. Facebook zeigt in erster Linie Nachrichten an, die das Nutzerverhalten aus der Vergangenheit widerspiegeln bzw. fortführen.
Bei Facebook steht das eigene Profil und die eigenen Interaktionen im Vordergrund. Inhalte wie Fotos und Videos werden gerne geliket und kommentiert. Seriösen Nachrichten tauchen auch in der Timeline auf, aber werden nicht mit dieser Vehemenz kommentiert bzw. weiterverbreitet.

Nachrichten über Krisengebiete, z.B. Ferguson, Ukraine, Gaza, haben in der Timeline von Facebook kaum Platz und werden demnach auch weniger betrachtet und weiterverbreitet.
Die Positionierung von Twitter liegt in der Verbreitung von Informationen und Nachrichten in Echtzeit. Jeder kann in der Regel alles lesen, somit kann die Vernetzung bei Twitter als großflächiger gesehen werden. Ferner bietet Twitter verschiedene Tools an, um aktuelle Nachrichten und Trends zu folgen.

Der Nutzer entscheidet letzendlich,
was in der Timeline auftaucht.

Facebook-Nutzer legen meistens Wert auf persönlichen Content und entsprechend füllt sich die Timeline. Bei Twitter stehen „hard news“ – seriöse Nachrichten im Vordergrund. Echtzeit und Relevanz dominieren.

Fazit
Ein Social Media Monitoring hilft Unternehmen, genau zu wissen, zu welchen Inhalten welche Zielgruppe auf welcher Plattform diskutiert.

Mit diesem Wissen kann das Unternehmen sehr treffsicher
den richtigen Content auf der richtigen Plattform platzieren.

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