Lieferdienste – via Drohnen, autonom und social

13. September 2016

Die Effizienz und die Schnelligkeit der Zustellung sind und bleiben die kritischen Erfolgsfaktoren in der Branche. Schon heute können Unternehmen überlegen, welche dieser innovativen Ansätze für eine Logistik lieferanten- oder kundenseitig oder auch innerbetrieblich genutzt werden können.

Der Vorteil für Kunden liegt primär darin, dass der Kunde selbst bestimmen kann, wann, wo und auf welchen Weg er die Ware erhalten möchte.

Moderne Lieferkonzepte sorgen durch die Transparenz, Innovation und Schnelligkeit in der Zustellung zu einer Stärkung der Kundenbindung.

Nicht nur die Ware zählt,

sondern auch die Flexibilität und Qualität der Lieferung.

In den letzten Jahren und in letzter Zeit konnten wir einiges über neue Ansätze der Auslieferung von Waren über Drohnen oder Robotern lesen. In unserem Blog geben wir einen Überblick über die derzeitigen Lösungen der urbanen Logistik.

Effizienz zählt
Für eine autonome bzw. automatisierte Auslieferung von Waren sprechen zwei grundsätzliche Entwicklungen.

1. Eine zunehmende Automatisierung bei Lieferdiensten sorgt für eine Reduktion von Personalkosten und damit zu einer effizienteren Auslieferung von Gütern. Im Wettbewerb zwischen Logistik-Dienstleistern können moderne Ansätze hier zu einem Wettbewerbsvorteil bei Personalkosten und auch bei Servicequalität beitragen.

2. Der traditionelle Einzelhandel steht mit seinen Filialen im Wettbewerb mit den Online-Händlern. Auf der einen Seite stehen die Kosten wie Miete für die Einzelhandelsfläche und für Personal in den Filialen, aber auch die Vorteile wie Warenverfügbarkeit und Beratung vor Ort. Auf der anderen Seite spart ein Online-Händler die Kosten für Miete und für Personal mit Beratungsknowhow, muss aber die Kosten für die Auslieferung von Waren, übernehmen. Aus diesem Grund sind gerade hier effiziente Logistikkonzepte gefragt, damit Online-Händler hier Kosten sparen können.


Social – Buddies helfen
Vor einigen Jahren (2010) wurden auf einer Tagung von DHL viele zukünftige Logistikkonzepte diskutiert. (Delphi-Dialog).
Gerade in Großstädten ist die Auslieferung durch Fahrzeuge schwierig und aufgrund der Verkehrssituationen schwer planbar. Hier setzt das Konzept der „Bring Buddies“ an. Personen werden Teil der Lieferkette und übernehmen die Auslieferung der Pakete oder die Verwahrung der Pakete für Freunde und Bekannte. Dieses kann dann z. B. ein sogenannter Buddy in einem Hochhaus sein, der dort für die Auslieferung der Pakete sorgt. (Link)


In dem Kontext ist auch interessant, dass gerade in Großstädten wie Hongkong DHL-Kuriere das öffentliche Verkehrsnetz nutzen, um schneller bzw. pünktlich die Waren auszuliefern.

Bei einem Wettbewerb um neue Logistikideen konzipierten Studenten eine App, bei der die Routen der Paketauslieferung mit den Standortdaten der Nutzer abgeglichen werden, um so eine Übergabe zu koordinieren. Dieses Projekt setzte DHL übrigens als „myways“ 2012 in Schweden um. (Link)

 
Myways in Schweden


Automatische Auslieferung
Die Auslieferung von Paketen - bis wenige Ausnahmen – ist ein Service, der Waren transportiert und diese dem Empfänger übergibt. Hier bedarf es keiner Beratung oder anderer Dienstleistung, somit könnte und kann der Transport und die Übergabe komplett automatisiert abgewickelt werden.
Google veröffentlichte Anfang 2016 ein Patent, bei dem ein Lieferwagen mit Schließfächern (wie bei einer Paketstation) ausgestattet ist. Der Lieferwagen fährt autonom zu dem Empfänger und dieser kann mittels einem PIN-Code oder über NFC sein Fach öffnen. Vorgesehen ist auch, dass der Kunde Pakete oder Briefe direkt mittels dem Postfach aufgeben kann. (Link)


Patentanmeldung für einen autonom fahrenden Kleintransporter zur Auslieferung von Paketen von Google

Die Idee passt genau zu den Entwicklungen von Google im Bereich autonomes Fahren und ist sicherlich auch Konkurrenz zu den Auslieferungskonzepten von Amazon via Drohnen zu verstehen.

In Deutschland setzt Hermes zusammen mit dem Konzern Metro bis Ende 2016 sogenannte Zustellroboter von Starship ein. In der Testphase in Düsseldorf kann der Kunde angeben, dass die Pakete in einem WunschPaketShop geliefert werden. Dann können die Kunden angeben, dass ein Roboter die Sendung direkt nach Hause liefert. Der Kunde bestimmt die Anlieferzeit und der Roboter sendet eine SMS, wenn der Lieferroboter vor der Haustür steht. (Link)


Starship-Roboter


Autonomer Hermes-Bote

Dabei wird der kleine Lieferroboter per GPS überwacht, orientiert sich selbständig mit neun Kameras und liefert ganz eigenständig das Paket in einem Radius von 5km mit ~6,4 km/h aus. Damit nutzt der Starship-Roboter die normalen Fußgängerwege. (Link)

Drohnen – Lieferung via Airmail

Der Einsatz von Drohnen im Bereich der Lieferdienste ist seit Jahren im Gespräch. Erst vor wenigen Tagen hat die amerikanische Luftfahrtbehörde grünes Licht und die Bedingungen für Lieferungen via Drohnen veröffentlicht. So darf die Drohne in den USA für Lieferungen von Waren bis 25kg eingesetzt werden. Der Flug muss von einer Person visuell überwacht werden und die Drohne darf nicht schneller als 160 km/h fliegen. (Link)
Matternet ist ein Produzent für Lieferdrohnen. So testet DHL Anfang des Jahres die Auslieferungen mit diesen Drohnen.


Matternet Drohnen

In Deutschland hat die Post mit dem sogenannten Paketkopter experimentiert, um mit dieser Drohne, Pakete auf eine Alm zu liefern. Insgesamt wurden so ~130 Pakete aus dem Tal auf die Alm transportiert. (Link)


Zustellung mit dem DHL Paketkopter 3.0


Ein Einsatzgebiet für Matternet ist auch die Versorgung mit Arzneimittel in schwer zugänglichen Gebieten. Aktuell startet gerade ein Projekt hierzu in der Dominikanischen Republik. (Link)Matternet unterscheidet zwei Arten von Anwendungen mit Drohnen. „High Dollar Applications“ sind Auslieferungen in dicht bebauten Städten wie New York. „High Impact Applications“ dagegen sind Logistikdienste, die gesellschaftlich besonders wichtig sind - wie beispielsweise Medikamententransporte in Entwicklungsländern bzw. in schwer zugänglichen Gebieten. Die Idee dahinter ist, dass die profitablen Transportdienste die gesellschaftlich wünschenswerten Logistikdienste quersubventionieren. (Link)Generell können Drohnen aufgrund der Akkuleistung nur einen begrenzten Radius abdecken. Auch hier wird an Lösungen gearbeitet.


Amazon Drohne

Amazon überlegt gerade, dass Drohnen auf Straßenlaternen landen und dort aufgeladen werden können. Dadurch könnte der Lieferradius deutlich erweitert werden. (Link)


Zusammenfassung und Ausblick
Die Effizienz und die Schnelligkeit der Zustellung sind und bleiben die kritischen Erfolgsfaktoren in der Branche. Schon heute können Unternehmen überlegen, welche dieser innovativen Ansätze für eine Logistik lieferanten- oder kundenseitig oder auch innerbetrieblich genutzt werden können.
Der Vorteil für Kunden liegt primär darin, dass der Kunde selbst bestimmen kann, wann, wo und auf welchen Weg er die Ware erhalten möchte.
Moderne Lieferkonzepte sorgen durch die Transparenz, Innovation und Schnelligkeit in der Zustellung zu einer Stärkung der Kundenbindung.

Nicht nur die Ware zählt,
sondern auch die Flexibilität und Qualität der Lieferung.


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