Kioske sind (wieder) im Kommen – Aufwertung des Stationären

10. Juli 2012

Kiosk-Systeme integrieren iPads in die Kiosk-Anwendung. So wird das schon gewohnte Home-Terminal auch zum Terminal in stationären Geschäften. ...

Wenn wir die Entwicklungen des Digitalen Marketings betrachten, finden diese meist im Online- und Mobile-Bereich statt. Auf der anderen Seite finden die meisten Phasen eines Kaufprozesses und der eigentliche Kauf offline, also im stationären Handel, statt.

Mitte der 90ziger Jahre begann die multimediale Aufrüstung des Einzelhandels am Point of Sale. Ein bekanntes Beispiel damals war der Music Master bei Karstadt.

Status heute
Erfolgreiche Beispiele in der heutigen Zeit sind z.B. das Maggi-Terminal mit Rezeptausdruck oder ein videobasierter Produktberater von L´Oréal.
Anmerkung: Diese Terminals wurden von 3m5 realisiert und zeigen die vielfältigen Möglichkeiten und Mehrwerte auf.

Das Maggi-Terminal integriert einen Rezeptausdrucker. Damit kann der Nutzer das Rezept zu Hause nachkochen und das Rezept inkl. Branding wird vom Nutzer aktiv genutzt.

L´Oréal Produktberater mit integrierten Videos

Wichtig bei allen Terminal/Kiosk-Anwendungen ist die einfache intuitive Bedienung durch den Nutzer und das Aufzeigen und Bieten eines Mehrwerts für den Konsumenten.

Terminals bereichern zum einen den Einkaufprozess oder vereinfachen bzw. automatisieren den Kaufprozess. Durch die zunehmende Verbreitung von Tablets, z.B. iPads, werden zunehmend Anwendungen speziell für Tablets entwickelt. Tablets bzw. iPads entwickelt sich zum Home-Terminal zu Hause. iPad-Nutzer sind überwiegend männlich, einkommensstark, gebildet, technik- und printaffin und durchschnittlich 44 Jahre (s. Studie).

iPad goes Kiosk
Kiosk-Systeme greifen diesen Trend auf und integrieren z.B. iPads in die Kiosk-Anwendung. So wird das schon gewohnte Home-Terminal auch zum Terminal in stationären Geschäften.


In Tennessee können die Erneuerungen von Führerscheinen komplett mittels iPad-Kioske in den Führerscheinstellen selbstständig durch den Führerscheininhaber selbst durchgeführt werden. (Link)
Diese “self-service iPad stations” werden auch ASSETS (automatic self-service electronic terminals) genannt.


Auch in Restaurants werden iPads als Selbstbedienungsterminal eingesetzt. D-Doghouse, ein Restaurant in Miami integriert iPads für die Bestellungen in dem Restaurant. (Link) "Our iPad Kiosks are profitable only after the first month of operations, customers simply can't get enough", so Gene Zell, CEO of Aptito Inc.

Dieses erinnert sehr an die Terminals bei McDonalds in Deutschland.

Order Terminal McDonald's Germany


Der Vorteil der Integration von iPads liegt aber vor allem in der Usability der iPads. iPads werden schon von Konsumenten privat und beruflich genutzt und somit entfallen typische Berührungsängste bei diesen Tablet/iPad-basierten Kiosk-Systemen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die leichte Bedienbarkeit.

Apps werden universaler – ubiquitous apps
Dieses hat auch somit neue Anforderungen für die Unternehmen. Unternehmen können die App für den Consumer-Markt entwickeln. Zeitgleich bzw. weniger später kann die App zum ASSET werden. Anpassungen der App werden automatisch über den jeweiligen Appstore bzw. Android-Market bezogen.Apps können vom privaten/beruflichen Umfeld zu stationären Einsatz vice versa überführt werden. Unternehmen sollten überlegen, wie Tablet/Pad-Applikationen ausgestaltet werden können, damit diese sowohl im direkten Umfeld des Nutzers als auch vor Ort im stationären Bereich genutzt werden können.

Nicht nur die Abbildung der einzelnen Phasen des Kaufprozesses sondern auch der Bezahlvorgang wird integriert.

Kiosk-Systeme inkl. NFC
In Großbritannien können Konsumenten an sogenannten „Smartpix kiosks" in Einzelhandelsgeschäften ihre Bilder vom Handy via Bluetooth übertragen, mit dem NFC-fähigen Handy bezahlen und dann die Bilder direkt vor Ort ausdrucken. (Link)

Fujifilm plant, mehr als 9 000 dieser Kiosk-Fotosysteme in Europa bis zum Ende des Jahres einzuführen. (Link)

Interessant wäre, ob auch Fujifilm plant, die Synergieeffekte einer gemeinsamen App einzuführen. Denkbar wäre die Übertragung der Bilder zu Hause via einer App und Bezahlen mittels NFC. So könnte der Kiosk von Fujifilm genauso zu Hause oder im Büro existieren.


Ausblick
Der stationäre Einzelhandel wird sich vor dem Hintergrund des weiteren Anstiegs von eCommerce neu positionieren. Kiosk-Systeme bieten einen Mehrwert und vervollständigen ein Einkaufserlebnis vor Ort sowie unterstützen den Kauf- und Beratungsprozess.

Eine Vereinheitlichung zwischen Tablet/Pad- und Kiosk-Systemen erhöht zum einen die Reichweite und erleichtert das Bedienen vor Ort. Eine Integration einer NFC-Bezahlfunktion wird in naher Zukunft zum Standard gehören.

Die Einzelhändler, die Apps als Instrument der Reichweitenerhöhung und damit der Umsatzsteigerung sehen, werden einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen erreichen und zugleich eine interessante einkommensstarke Zielgruppe ansprechen.

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