Google`s Plus – die Funktionen und der Ausblick - Teil II

21. Juli 2011

In dem vorangegangenen Beitrag sind wir auf den Kern von Google+, die Circles, eingegangen. Neben dieser Funktion zur Organisation seiner eigenen sozialen Vernetzung bietet Google+ primär noch Sparks und Hangouts als Funktionalitäten innerhalb seines Netzes. Sparks ist eine erste Auswahl von Interessen seitens Google+, die man mit anderen Nutzern teilen kann. Der Nutzer kann so ...

In dem vorangegangenen Beitrag sind wir auf den Kern von Google+, die Circles, eingegangen. Neben dieser Funktion zur Organisation seiner eigenen sozialen Vernetzung bietet Google+ primär noch Sparks und Hangouts als Funktionalitäten innerhalb seines Netzes.


Abbildung: Screenshot aus Google+
 
Sparks
Sparks ist eine erste Auswahl von Interessen seitens Google+, die man mit anderen Nutzern teilen kann. Der Nutzer kann so seinen Interessen folgen und bekommt entsprechenden Content geliefert. Es ist zu erwarten, dass dieser Bereich aus einen Mix aus vorgegebenen Sparks/Interessen und nutzergenerierten Interessen zukünftig gestaltet wird.
 

Abbildung: Sparks in Google+
 
Hangouts
Hangouts sind eine deutliche Erweiterung innerhalb des sozialen Netzes Google+. Eine gemeinschaftliche multimediale Kommunikation via Video wird damit möglich.
Hiermit sind Videochats möglich, d. h. hier können bis zu 10 Nutzer gleichzeitig Google+ als Videokonferenzwerkzeug einsetzen. Ein Nutzer, der gerade spricht, wird groß dargestellt, die anderen entsprechend in kleinen Videofenstern. Diese Funktion wird Hangouts (zu Deutsch: Orte zum Herumhängen) genannt.
Videos können hierbei nicht nur Webcam-Konferenzen sein, sondern die Nutzer können auch gemeinsam Youtube-Videos anschauen und dabei gemeinsam damit interagieren, z. B. gemeinschaftlich das Video vor- und zurückspulen (Link).

Abbildung: Hangouts in Google+
 
Kurz nach dem Start von Google+ startete facebook ebenfalls die Möglichkeit, Videochats mit Nutzern durchzuführen. Das Konzept von Google+ geht hier aber einen Schritt weiter und erweitert das Thema Videokonferenzen auch um ein synchrones gemeinschaftliches Filmerlebnis.
 
Neben diesen Funktionalitäten sind schon einige Unternehmen mit einem eigenen Profil vertreten, obwohl diese Möglichkeit der Unternehmensdarstellung noch nicht integriert ist. Seitens der Unternehmen scheint die Nachfrage groß zu sein.


Abbildung: Screenshot aus Google+
 
Google+ ist ein Portal, welches klar das Design und die Funktionen aus anderen sozialen Netzen für das eigene soziale Netz genutzt hat und diese mit eigenen Know How erweitert hat. Somit ist Google+ eine sichtbare Weiterentwicklung im Bereich der sozialen Netze. Google+ besitzt momentan einen sichtbaren Mehrwert im Bereich Funktionalität, Design und Usability.
 
Die oft positiv erwähnte Übersichtlichkeit kann etwas schwinden, wenn die Nutzer Google+ nutzen und die Plattform wachsen wird. Wie wird die Usability sein, wenn auf Google+
pro Nutzer zwischen 100-3.000 Freunde organisiert werden
viele Kreise Informationen hervorbringen und
unterschiedliche Werbeformen geschaltet wird.
 
Zu Beginn der Suchmaschine Google ist Google ohne Werbeanzeigen gestartet, damit war Google auf das Wesentliche reduziert und sehr übersichtlich und schnell. Google schaffte durch diese Strategie, die Nutzer zu gewinnen und zu binden. Die Strategie war klar, zuerst die kritische Masse an Nutzern erreichen, dann allmählich die Refinanzierung mittels Werbeformate starten.
Es ist abzuwarten, inwiefern eine ähnliche Strategie bei Google+ auch funktionieren kann oder ob die Nachfrage seitens der Werbeindustrie so groß ist, dass man (zu) bald auch Werbung innerhalb von Google+ sieht.
 
Nutzungsbestimmungen
Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Nutzungsbestimmungen. Rechtsanwältin Diercks hat diese betrachtet (Link):
Google lässt sich nur die Nutzungsrechte einräumen, die zur Durchführung des Dienstes notwendig sind. Ein universelles Nutzungsrecht, wie bei facebook, erlangt somit Google nicht.
Auch kann der Nutzer frei entscheiden, für welchen Dienst von Google genau der nutzergenerierte Inhalt bestimmt ist.
 
Google scheint hier aus der Vergangenheit mit dem Umgang mit dem Urheberrecht gelernt zu haben. Erst im März hatte Google eine Niederlage in dem Projekt des Einscannens von Büchern hinnehmen müssen. Nun respektiert man das Urheberrecht und zeugt damit auch Respekt vor dem nutzergenerierten Mehrwert seitens der Nutzer.
 
Ist eine Plattform vorstellbar, bei der der Nutzer die Ausgestaltung des Nutzungsrechts seiner eigenen Inhalte mitbestimmt und bei der der Nutzer durch sein Feedback und Nutzung die Weiterentwicklung und Skalierung der Plattform (pro)aktiv mitbestimmen kann? Google+ scheint mit einem ersten Schritt diesen Weg einzuschlagen und damit das Machtverhältnis zugunsten der Nutzer zu akzeptieren.
 

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