Führung und Social Media - Mitarbeiter brauchen Guidelines

14. Dezember 2011

Blogs, Netzwerke und Wikis vermitteln Wissen, fördern die Kooperation unter den Mitarbeitern und können indirekt dadurch einen positiven Einfluss auf die Motivation des jeweiligen Mitarbeiters besitzen ...

Social Media ist weit mehr als nur die Nutzung sozialer Netze, Social Media ist ein neues Kommunikationsverhalten in sämtlichen Abteilungen eines Unternehmens.

Social Media bezeichnet digitale Medien zur gegenseitigen Kommunikation und Informationsaustausch, welcher primär durch die Nutzer selbst generiert, bearbeitet und ausgetauscht wird.

Blogs, Netzwerke und Wikis vermitteln Wissen, fördern die Kooperation unter den Mitarbeitern und können indirekt dadurch einen positiven Einfluss auf die Motivation des jeweiligen Mitarbeiters besitzen.
Dabei werden die Kommunikationsschwellen gesenkt, die zum einen durch die Hierarchie in Unternehmen und zum anderen durch die Abgrenzung von Abteilungen zueinander existieren. Dieses ermöglicht mehr Teilhabe, die von den Mitarbeitern selbst kommt.
Das Engagement der Mitarbeiter in Social Media weicht die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit auf.

Diese Kommunikation muss von Mitarbeitern und von dem Unternehmen gewollt und gefördert werden. Aufgrund der Potenziale, wie z. B. Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit oder Nutzung von Möglichkeiten im Bereich Open Innovation, können solche offenen Unternehmen als erfolgreicher als jene eingeschätzt werden, die sich eher abschotten.


Social Media fördert Nähe zu Mitarbeitern und Mitarbeiterführung
Was bedeutet Mitarbeiterführung? Führung umfasst dabei die Aktivitäten, die das Verhalten der Mitarbeiter steuern sollen. Dabei wird in der Regel die Einflussnahme eines Vorgesetzten auf einen Mitarbeiter verstanden. Wobei zu bemerken ist, dass es auch die andere Richtung existiert, bei der die Mitarbeiter Einfluss auf den Vorgesetzten ausüben („Führung von unten“).

Führung besteht z.B. durch die Vermittlung und dem Vorleben einer fachlichen, konzeptionellen und sozialen Kompetenz, der sogenannte Three Skills Ansatz.
 

Abbildung Führungsmodelle (s. eLecture von Prof. Dr. Wald, Social Media Communication)

Diese Führung kann von Social Media profitieren. So können leichter moderne Führungskonzepte eingesetzt werden. Heutzutage wird die präsente Führung vor Ort durch eine Führung über Medien, wie z. B. auch Soziale Netze, Intranet o.ä., ergänzt.
Flexible Arbeitszeiten und auch –orte werden zunehmend von den Mitarbeitern gefordert und eingefordert. Das „Führen über Ferne“ muss von Vorgesetzten sukzessive gelernt werden. Die heute schon vorhandene Dezentralität und Asynchronität kann genau durch den Einsatz von sozialen Medien berücksichtigt werden.

Das Entscheidende ist, dass die Instrumente von Social Media die erforderliche Nähe zwischen Mitarbeitern und zwischen Führungskräften zu Mitarbeitern fördern. Social Media trägt damit bei, dass moderne Führungskonzepte und Arbeitsplatzmodelle gewinnbringend für Unternehmen und Mitarbeiter eingesetzt werden können.

Gerade Führungsaufgaben, wie Kommunikation, Information austauschen, Kontaktaufbau und -pflege, können durch die Nutzung von Social Media ergänzend effizient unterstützt werden.
Auf der anderen Seite wächst damit auch das Bedürfnis und der Druck Richtung Transparenz und Offenheit. Die Potenziale der höheren Geschwindigkeit und Aktualität bei der Nutzung von Social Media üben ebenfalls einen gewissen Druck auf eine Nutzung aus. Hier geht es aber darum, diese höhere Dynamik für die eigenen Unternehmenszwecke zu nutzen.

Nicht nur die Unternehmen mit guten kundenorientierten Produkten werden erfolgreich sein, sondern auch die Unternehmen, die aktueller und schneller mit den eigenen Mitarbeitern und Kunden kommunizieren.


Wie kommunizieren Mitarbeiter – Social Media Guidelines
Mitarbeiter nutzen täglich soziale Medien und Netzwerke für private und berufliche Zwecke. Wie kann und darf ein Mitarbeiter soziale Netze während und außerhalb der Arbeitszeit nutzen Ist es seitens des Unternehmens gewünscht, dass Mitarbeiter im Namen des Unternehmens öffentlich diskutieren und schreiben Wie können sich Mitarbeiter verhalten, was ist erlaubt

Mitarbeiter sind Botschafter des Unternehmens, beruflich aber auch privat. Wenn sich ein Mitarbeiter in der Außenkommunikation privat äußert, wird dieser schnell mit seiner Rolle als Mitarbeiter des Unternehmens und nicht als Privatperson wahrgenommen. Eine private Äußerung kann dann als offizielle Unternehmensnachricht missverstanden werden.

Auf der anderen Seite können Unternehmen auch die eigenen Mitarbeiter in die Kommunikationsstrategie einbinden (Beispiel Krones).

 

Social Media Guidelines sind notwendig, um die nötigen Rahmenbedingungen für Mitarbeiter und Unternehmen zu schaffen. Diese Richtlinien geben den Rahmen der Kommunikation in sozialen Netzen vor und schützen dadurch sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter.

Solche Guidelines müssen primär zu dem Unternehmen und der jeweiligen Unternehmenskultur passen. Die entscheidende Frage dabei ist, ist „Dialog“ Unternehmensziel. Und hierbei sind der Kundendialog und der Dialog zu den eigenen Mitarbeitern gemeint.

Mit der (Weiter)entwicklung einer Kommunikationsstrategie wird auch die Social Media Strategie eines Unternehmens entwickelt. In diesem Zusammenhang werden in der Regel auch diese Richtlinien festgelegt:

- Ziel der Social Media Aktivitäten

- Kanäle für Außenkommunikation

- Inhalte der Kommunikation

- Verantwortlichkeiten 


Der BITKOM e.V. (Bundesverband Informationswirtschaft,
Telekommunikation und neue Medien e. V.) hat zu Social Media Guidelines einen eigenen Ratgeber herausgegeben. Hierin werden u. a. folgende Aspekte näher beleuchtet:

- Abgrenzung zwischen beruflicher und privater Nutzung

- Eigenverantwortung

- Transparenz

- Kenntlichmachung einer privaten Meinung

- Einhaltung gesetzlicher Vorgaben

- Respekt 


Eine Übersicht von Social Media Guidelines von deutschen Unternehmen findet man auf dem Blog von Christian Buggisch.

Solche Richtlinien sollten leicht verständlich sein und dem Mitarbeiter eine realitätsnahe Hilfestellung sein.

Die DATEV präsentiert 11 kurze Regeln, um eine erste Orientierung zu geben (Link)

 


Die Scout24-Gruppe beschreibt auf einer kurzen Webseite die entscheidenden Aspekte bei dem Verhalten im Social Media (Link)


Die Krones AG hält ebenfalls ebenfalls 11 Tipps parat, veranschaulicht diese mit Fakten über soziale Netzwerke und durch kurze Nutzermeinungen (Link

Wichtig sind nicht nur die Guidelines, sondern das Verstehen dieser bei den Mitarbeitern. Solche Guidelines müssen auch sukzessive angepasst werden, um den Neuerungen im Social Media und Mediennutzungsverhalten Rechnung zu tragen.

Das Blog Karrierebibel untersuchte 55 internationale und deutsche Guidelines (Link). Diese Studie ist sicherlich nicht repräsentativ, doch zeigt diese, dass u. a. 13 der Unternehmen explizit ihre Mitarbeiter auffordert und ermutigt, in sozialen Netzen aktiv zu sein. Ca. 25% der Unternehmen verzichten bewusst auf Regeln bezüglich Verwendung von Arbeitszeit in sozialen Netzwerken. Hier vertrauen Unternehmen auf das Ermessen der eigenen Mitarbeiter.

Dieses ist aus Sicht des Autors genau das richtige Signal für den Umgang mit Social Media, eine Verschiebung von Kommunikation und Verantwortung auf Mitarbeiterebene. Kommunikation wird dadurch authentischer, offener und befördert die Nähe innerhalb und auch außerhalb des Unternehmens.


Einschränkung der Internetnutzung geht nicht
Oft wird bei der Beschäftigung mit Social Media Guidelines die Nutzung von sozialen Netzen während der Arbeitszeit diskutiert.

Eine private Nutzung von Medien am Arbeitsplatz findet schon immer statt. Mancher studiert die Tageszeitung, nebenbei wird Radio gehört, per SMS wird sich ausgetauscht und sicherlich wird auch ein privates Telefonat geführt. Diese Mediennutzung erscheint nicht sonderlich schlimm und ist mehr oder weniger akzeptiert.

Nun kann man hergehen und die Internetnutzung oder spezielle soziale Netze während der Arbeitszeit per Betriebsvereinbarung o. ä. unterbinden. Ob dieses so sinnvoll und zukunftsgewandt ist … wohl kaum.

Nach einer Studie von comScore wuchs die mobile Nutzung von sozialen Netzwerken in den Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien um 44%. Die meisten Zugriffe bei sozialen Netzen kommen von stationären Webbrowsern, die Nutzerzahl, die Social Media Apps nutzen stieg in den letzten 12 Monaten um das Doppelte (Link).

Die Nutzer werden zunehmend mittels ihrer privaten Smartphones das Internet und soziale Netzwerke nutzen. Unternehmen sollten dieses eher als Chance verstehen und die Mitarbeiter zu Unternehmensbotschaftern ermutigen.

Die Empfehlung lautet hier eindeutig zukunftsgerichtet, vertrauen Sie ihren Mitarbeitern und finden Sie offene Social Media Guidelines, natürlich am besten zusammen mit ihren Mitarbeitern.
 

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