Facebook kennt seine Nutzer genauer …

14. Mai 2014

Facebook kennt seine Nutzer genauer …

Über Facebook liest man in letzter Zeit, dass viele Unternehmen gekauft werden. Aus unserer Sicht ist dieses eine gute Strategie, Gruppenprofile auf verschiedene Plattformen bilden zu können. In dem Zusammenhang passt auch das Facebook Audience Network ...

In den letzten Wochen oder besser gesagt in den letzten Tagen wartet Facebook mit vielen Nachrichten auf. Eins haben alle Neuerungen gemeinsam, Facebook zeigt sehr deutlich seine Strategie, seine Expansionsstrategie und der Drang nach einem kompletten Bild bzw. Profil der Nutzerschaft.

Akquisitionen der letzten Wochen
Wir erinnern uns noch an den Kauf von Whatsapp im Februar dieses Jahres für 19 Mrd. $.
 
Quelle: Daten von Whatsapp

Damals gewannen andere Apps aus Datenschutzgründen an Attraktivität. Ende April vermeldete Whatsapp nun 500 Millionen aktive Nutzer. (Link) Whatsapp schreibt selbst, dass diese Nutzer pro Tag 700 Mio. Fotos und 100 Mio. Videos pro Tag teilen. Dieses bedeutet, dass jeder Nutzer im Durchschnitt 50 Fotos/Videos pro Monat teilt. Nach einer Statistik in Der Zeit werden ~50x so viele Nachrichten je Nutzer täglich versendet.
Wie es so aussieht entwickelt sich Whatsapp zu einem weltweiten Messaging-Dienst, gerade in den Ländern wie Indien, Brasilien und Russland expandiert man gerade. (Link)
Zum einen bedient Whatsapp eher die Bedürfnisse einer jüngeren Zielgruppe und zu anderen können so Profildaten dieser Whatsapp-Zielgruppe erhoben werden.


Moves
Ende April übernahm Facebook das finnische Unternehmen ProtoGeo. Das Unternehmen vertreibt eine Fitness-App auf iOS und Android, welche die zurückgelegten Strecken aufzeichnet und unter anderen hier die Kalorien aufzeichnet.


Screenshot Moves

ProtoGeo betont, dass die Profildaten nicht mit den Daten von Facebook zusammengeführt warden. (Link)
Ob Daten zusammengeführt werden, dazu kommen wir später.

Oculus
Das Unternehmen Oculus stellt Virtual Reality Brillen her, die eine realistische Darstellung des Spielgeschehens ermöglichen sollen. Somit ist hier als Zielgruppe die Gruppe der Online-Gamer zu sehen.
Oculus wurde erst 2012 durch ein Crowdfunding auf Kickstarter finanziert (~2,4 Mio. $).  Nun plant Facebook Oculus für 2,3 Mrd. $ zu kaufen. (Link)

 
Oculus Development Kit

Hier stößt Facebook in den Spiele-Markt vor. Auch hier können sicherlich Daten von Nutzern gesammelt werden.


Zielgenauigkeit
Die unterschiedlichen Anstrengungen von Facebook haben nur einen Zweck: Zielgenauigkeit bei der Ansprache der Nutzer.
Die Welt titelte treffend im Rahmen eines Artikel über einen Vergleich verschiedener Social Media Plattformen: „Facebook kennt seine Nutzer einfach besser“


Screenshot welt.de

Facebook sammelt Nutzerdaten, um die Relevanz von Content und Werbung ständig zu erhöhen:


Content
Wenn die organische Reichweite sinkt, liegt es daran, dass auch die Relevanz des jeweiligen Postings für viele Nutzer nicht so hoch ist.

Werbung
Je treffsicherer die Werbung ist, umso so höher kann ein TKP ausfallen. Da Werbung nicht unendlich gegenüber Nutzern erhöht werden kann, muss diese immer genauer auf die Zielgruppe passen.

Vor wenigen Tagen verkündete Facebook auf seiner Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco das eigene Werbenetzwerk „Facebook Audience Network“. Hier positioniert sich Facebook neu und ist nun Vermarkter und Mediaplaner zugleich von möglichen Werberaum auf sämtlichen mobilen Geräten. (Link)


Facebook Audience Network

Facebook geht hier den Schritt in Richtung Spezialist für treffsichere, relevante Werbung im mobilen Raum. Dabei nutzt Facebook genau die Daten, die Facebook über verschiedenen Plattformen zur Verfügung steht.


Wissen um Profile
Als Facebook Whatsapp kaufte, ging ein Aufstöhnen einher. Man fürchtete um den Datenschutz. Ebenso könnte man vermuten, dass Facebook nun mit Instagram, Whatsapp, Moves etc. ein gesamtheitliches Profil jedes individuellen Nutzers erzeugen möchte.
 


Screenshot von Facebook-Unternehmen und –Apps

Das ist nach Ansicht des Autors nicht der Fall. Jede Plattform für sich funktioniert eigenständig und hat auch seine eigene Zielgruppe. Auf jeder Plattform werden die individuellen Aktivitäten von Nutzern zu Gruppen- bzw. typischen Profilen zusammengefasst. Diese Gruppenprofile geben genügend Aufschluss im Sinne der Relevanz von Content und Werbung über den Nutzer, der dieser Gruppe zugeordnet ist.

Es geht nicht darum, dass Facebook weiß, was der einzelne Nutzer tut, sondern welche Themen- und Werbeaffinität das zugehörige Gruppenprofil hat.

Diese Gruppenprofile der einzelnen Plattformen und Apps können wiederum sich gegenseitig ergänzen. Somit entstehen Korrelationen zwischen den Profilen.


Facebook zeigt, wie der Mediaplaner der Zukunft aussehen wird.
Facebook kann Profildaten auswerten und
bietet in Echtzeit entsprechenden Werberaum im mobilen Raum.


Der nächste Schritt wird sein, dass Facebook diese Gruppen- und damit Werbeprofile als Produkt im B2B-Bereich Mediaagentur-Netzwerken verkaufen wird.
Da Facebook vielleicht oder eher wahrscheinlich diese Daten erfolgsabhängig zur Verfügung stellen wird, wird damit auch Facebook zum Impulsgeber für eine erfolgsabhängige Mediawährung werden.
 

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