Facebook auf dem Weg zu Social Commerce

30. Dezember 2014

Facebook geht konsequent den Weg in Richtung E-Commerce. Dabei wird sukzessive die Relevanz des Contents für den jeweiligen Nutzer erhöht.

Entscheidend ist aber vor lauter Social Commerce Euphorie, gerade die Aspekte des Social Shoppings zu implementieren.

Social Shopping nutzt das Wissen der Community auf Facebook. Das Produkt, welches meinen Freunden gefällt, gefällt auch mir mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Somit wird Facebook auch diese Informationen aus dem Freundesnetzwerk im Rahmen der personalisierten Angebote nutzen. Dieses transparent zu machen, würde die Akzeptanz solche Angebote erhöhen und zugleich die „Wisdom of Friends“ (Weisheit der Freunde) sichtbar machen.

Ziel eines jeden Einkaufs ist, die Erfahrungen mit dem jeweiligen Produkt einfließen zu lassen – am liebsten direkt die Erfahrungen aus dem Freundesnetzwerk.

Jeder der Facebook nutzt, hat in den letzten Wochen des Öfteren den Hinweis von Facebook auf die neuen Nutzerbedingungen ab 2015 bekommen.
Jetzt kann jeder abwägen, ob man zu diesen „Bedingungen“ an dem Netzwerk teilnehmen will oder nicht. Anders ausgedrückt, entweder man nutzt Facebook oder man muss das Netzwerk verlassen, wenn man nicht mit den Nutzungsbedingungen nicht einverstanden ist. Ein Widerspruch zu den Nutzungsbedingungen ist nur möglich, in dem man seine Mitgliedschaft kündigt.


Inhalte gehören Dir und auch Facebook
Es ist nicht gänzlich neu geregelt, aber es lohnt sich diesen Punkt nochmals zu betonen. Sämtlicher Content, der auf Facebook gepostet wird, kann von Facebook kostenfrei genutzt werden.
 


Screenshot Facebook-Nutzerbedingungen


Da bisher Facebook noch nicht Content aktiv vermarktet und verkauft hat, gab es de facto auch noch keine Probleme. Offen dabei sind u.a. die folgende Punkte:

 

  1. Wenn Facebook Inhalte verkauft und den Nutzer nicht partizipieren lässt, ist dieses im Sinne eines Social Media Netzwerkes?
  2. Wenn der Nutzer „versehentlich“ copyright-geschützen Inhalt (z.B. eine Cartoon-Zeichnung) postet, ist dann der Nutzer schadenersatzpflichtig gegenüber Facebook?

Wir müssen diese Fragen nicht klären, da bis dato Facebook keine Inhalte aktiv vermarktet. Aber die Nutzungsbedingungen geben die Möglichkeit …



Monetarisierung von Inhalten bei flickr
Facebook hat sicherlich die Aufregung um flickr in den letzten Wochen aufmerksam verfolgt. Flickr hat begonnen die Fotos der Fotografin Liz West zu verkaufen.
 


Bilder von Liz West auf flickr

Rein rechtlich ist dieses in Ordnung, da Flickr nur die Fotos verkauft, bei denen die „Creative Commons“ - Lizenz auch eine kommerzielle Nutzung miteinschließt. Auf der anderen Seite gab es flickr-Nutzer, die diese Monetarisierung auch kritisch sehen.

Vor diesem Hintergrund wäre die Lösung für Facebook, dem Nutzer die Möglichkeit zu bieten, auch Inhalte unter verschiedenen Lizenz-Modellen hochzuladen. So kann der Nutzer entscheiden, ob Facebook den Content nur für personalisierte Angebote nutzen darf oder auch aktiv vermarkten kann.
Dieses wäre sicherlich im Sinne eines Social Media – Netzwerks, bei dem der Nutzer der wichtigste Akteur ist, ein guter Schritt.


Nutzungsbedingungen einmal genauer
1. Personalisierung von Werbung

Facebook wird die Nutzerdaten im Hinblick auf das Anzeigen von personalisierten Angeboten nutzen. Erstmal ist dieses für beide Seiten - Facebook und den Nutzern - gut, da nur relevante Werbung dargestellt wird. Die Buchung von Werbung wird gleichbleiben. Somit wird immer mehr für den Nutzer relevante Werbung eingeblendet und es könnte dadurch leichter zu einer Reaktanz oder zu einer gewissen Überforderung bei den Nutzern führen.
Auch soll der Nutzer die Möglichkeit bekommen, selbst die Relevanz von Werbung zu beurteilen bzw. die Werbung zu bewerten. (Link)
 


 
Werbung auf Facebook Quelle: onlinemarketing.de


Getting in the news feed is like getting on anyone’s personalized NYT front page.” (Zitat von Josh McFarland von TellApart, Online Agentur)
Die Werbung im Newsfeed kann leichter übersehen werden. Wenn die Relevanz steigt und die Werbung noch personalisiert wird, wird diese Werbung dann als ganz normaler Content im News-Feed wahrgenommen werden.


2. Personalisierung & Kauf
Facebook plant auch, dass Angebote bzw. personalisierte Angebote mit einem Klick in einen Warenkorb gelegt werden und dann gekauft können. Der Grund für diesen Social Commerce liegt darin, dass der Nutzer auf Facebook seine gesamten Online-Aktivitäten bündeln kann, ohne dass er auf E-Commerce-Portale wie Amazon, Rakuten oder Ebay gehen muss.
 


Buy-Button bei Facebook (Link)

Wir sind auf dem Weg zu F-Commerce und der Satz von Amir Kassei „Aus dem Like-Button wird ein Buy-Button werden" bewahrheitet sich zunehmend.
 


3. Standortdaten
Auch werden die Standortdaten zukünftig gezielt mit Werbeanzeigen aus dem geografischen Umfeld verbunden. Somit bietet hier Facebook gerade stationären Geschäften ein entsprechendes Werbeumfeld. Wir hatten erst neulich über das Werbenetzwerk Facebook Atlas in dem Zusammenhang berichtet.


Einstellung auf Facebook zum Management der Standortbestimmung


Der Nutzer hat es in der Hand
Content erstellen und posten ist sicherlich das, was jeder Nutzer mit Facebook verbindet. Der Nutzer hat es aber in der Hand, inwiefern er selbst die Relevanz der Anzeigen beeinflussen kann.


Sponsored Post

So kann der Nutzer bei jeder Werbung erfahren, warum diese eingeblendet wird. Somit bietet Facebook hier deutlich mehr Informationen über den Grund der Einblendung von Content und Werbung als andere Plattformen. Leider sieht der Nutzer aber nicht, welche Daten genau dazu maßgeblich waren.
Aber der Nutzer hat auch die Möglichkeit, bestimmte Werbeanzeigen oder werbetreibende Unternehmen dauerhaft auszublenden. Eine solche Einstellung wäre im Sinne der Relevanzerhöhung für jedes Medienangebot wünschenswert.


Fazit: Social Shopping
Facebook geht konsequent den Weg in Richtung E-Commerce. Dabei wird sukzessive die Relevanz des Contents für den jeweiligen Nutzer erhöht.
Entscheidend ist aber vor lauter Social Commerce Euphorie, gerade die Aspekte des Social Shoppings zu implementieren.
Social Shopping nutzt das Wissen der Community auf Facebook. Das Produkt, welches meinen Freunden gefällt, gefällt auch mir mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit. Somit wird Facebook auch diese Informationen aus dem Freundesnetzwerk im Rahmen der personalisierten Angebote nutzen. Dieses transparent zu machen, würde die Akzeptanz solche Angebote erhöhen und zugleich die „Wisdom of Friends“ (Weisheit der Freunde) sichtbar machen.
 

Ziel eines jeden Einkaufs ist, die Erfahrungen mit dem jeweiligen Produkt einfließen zu lassen –
am liebsten direkt die Erfahrungen aus dem Freundesnetzwerk.

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