E-Commerce – out of the box

14. Oktober 2014

Ein stationäres Unternehmen wird auf lange Sicht nicht einem Unternehmen überlegen sein, welches auf verschiedenen Kanälen - auch via E-Commerce - zum Kunden kommuniziert und verkauft.

Selbst wenn der Break Even 7-8 Jahre dauert, ist das aus Sicht des Autors ein überschaubarer Zeitraum im Vergleich zur Gesamtdauer eines Unternehmens.

Händler werden zunehmend aktiv. Die Unternehmen, die noch zögern, können als Follower weniger selbst den Markt gestalten. Eine Entscheidung pro E-Commerce ist aus Marktsicht – wie es so schön heißt – alternativlos.

Der Handel ist das Ohr zum Kunden und muss die Bedürfnisse des Kunden umsetzen. Flexible Ladenöffnungszeiten, mehr Beratung, tieferes Sortiment etc. zeigen, dass der Handel flexibler ist und sein wird.
Ohne Frage der Handel wird den digitalen Kommunikations-, Beratungs- und Vertriebskanal nutzen - Früher oder später, als einer der ersten in der jeweiligen Branche oder als Follower.
Nur wie beginnt man, welche Tools gibt es, wie kann der stationäre Händler am besten mit E-Commerce starten …


E-Commerce rechnet sich – immer
Bevor wir die technischen Lösungen aufzeigen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Attraktivität des digitalen Verkaufskanals.
Ein Umsatzplus von ~13% in 2014 wird nach einer Studie des IFH Köln erwartet und damit rechnet man mit einem Gesamthandelsvolumen im B2C von ~43 Mrd. €. Anders ausgedrückt wird 9,4% des Handels über den digitalen Kanal umgesetzt. (Link)

Unternehmen in den Bereichen Fashion & Accessoires, Elektronik-Artikel, Bürobedarf und Freizeit & Hobby realisieren zwischen 18-20% Online-Anteil an ihrem Gesamtumsatz in der jeweiligen Branche.


Anteil Online-Handel am jeweiligen Branchenumsatz (Link)

Auch die anderen Branchen – bis auf Lebensmittel und Heimwerken & Garten – investieren zunehmend im digitalen Verkaufskanal.
Wirtschaftlich ist somit E-Commerce auf den ersten Blick lohnenswert, zukunftsträchtig und investitionssicher.


Der Shop
Einen eigenen Shop zu konzipieren ist ein relativ hoher Aufwand, den viele Handelsunternehmen erstmal fürchten. Auf der anderen Seite führt in den meisten Fällen kein rationaler ökonomischer Weg daran vorbei.

Wenn ein Unternehmen, gerade ein Handelsunternehmen,
langfristig bestehen und profitabel sein möchte,
dann ist E-Commerce unausweichlich.

Es gibt hier viele Anbieter, die Shop-Lösungen anbieten. So waren u.a. bei der dmexco dieses Jahr Intershop, Commercetools, Plentymarkets, Shopware, Novomind, Shopgate und Oxid eSales, die ihre Lösungen darstellten. (Link)
Eine Übersicht über 30 Open Source Shop-Systeme hat shoptags.de einmal aufgelistet:


Open Source Shop-Systeme

Es gibt unzählige Shops, gerade auch Open Source Shops. Aber der Aufwand liegt nicht in dem Shop an sich, sondern vielmehr in der Gesamtheit des Aufbaus des E-Commerce-Kanals. Aus unserer Sicht können die Aufgaben grob wie folgt dargestellt werden:
 

 

  1. Organisation des digitalen Vertriebs im Unternehmen
  2. Gestaltung bzw. Neugestaltung der Kundenkommunikations- und Vertriebsprozesse
  3. Avisierte Zielgruppe E-Commerce
  4. Positionierung zum Wettbewerb im E-Commerce
  5. Festlegung Produktsortiment im digitalen Kanal
  6. Vorgehensweise zur Skalierung hinsichtlich Prozesse und der Shop-Lösung
  7. Anpassung Shop-Lösung
  8. Aufnahme und Integration von Kundenfeedback



Beispiel Shopware
Shopware gibt es als Open Source Version oder aber auch zum Kaufen als Produkt mit entsprechenden Funktionalitäten: freie Community Version, Professional und Enterprise Version.
In einem Demoshop kann man ausführlich die verschiedenen Funktionalitäten aus Nutzer- und Adminsicht testen.

 
Shopware Demo-Bereich


Demoshop Admin-Bereich


Schnittstellen
Nach Aussage von Shopware gibt es ~ 1.300 Erweiterungen, um den eigenen Shop entsprechend an die Rahmenbedingungen des Unternehmens optimal anzupassen.
So gibt es z.B. eine kostenfreie Schnittstelle zur Anbindung zu Lexware und viele andere Schnittstellen.


Schnittstelle Shopware – Lexware

Die gängigen Warenwirtschaftssysteme wie Vario 7, Pixi, Sage, eEvolution, Afterbuy, Kadis, CAO-Faktura und Lexware können bei Shopware mit schon existierenden Schnittstellen angebunden werden.

Falls andere Warenwirtschaftssysteme angebunden werden müssen, bietet das Konzept von Open Source die Möglichkeit, selbst individuelle Anbindungen zu entwickeln.


Break Even
Die Frage, die jeden Händler umtreibt, ist jawann rechnet sich die Investition für die Erstinstallation eines E-Shops.
In unserem Beitrag wollen wir einmal grob den Nutzen und Erträge den Kosten gegenüberstellen:

Nutzen / Erträge

 

  • Umsatzsteigerung bzw. Deckungsbeitrag pro Produkt im digitalen Kanal
  • Partizipation an dem Wachstum von E-Commerce in der jeweiligen Branche
  • Gewinnung neuer Kunden


Kosten

 

  • Anfangsinvestition E-Shop
  • Laufende Kosten E-Shop (z. B. Produktpflege, digitales Verkaufsmanagement)
  • Versand und Retouren
  • Online-Marktingaufwendungen
  • Mögliche Kannibalisierung stationärer Handel


Um ein Gefühl für die Rentabilität zu bekommen, nehmen wir einmal folgendes Szenario an:
Zu Beginn des E-Shops kaufen im 1. Monat 2 Personen pro Tag ein. Pro Monat steigert sich die Nutzerzahl um 10%. Bei einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag von 20€ pro Warenkorb ergibt dieses einen Gesamtdeckungsbeitrag von 25.661€ im ersten Jahr. Dabei sei bemerkt, dass hier nur der Deckungsbeitrag ohne Kosten betrachtet wird.

Nach Erfahrungen bisheriger E-Commerce Player liegt der Break Even bei reinen Online-E-Commerce-Geschäftsmodellen bei 7-8 Jahren.

Die Rechnung kann jeder Händler für sich aufstellen. Es hängt sehr von der Branche ab, wie diese durch Wettbewerber im Online-Kanal schon durchdrungen ist. Die Mode-Branche dominiert den E-Commerce-Markt. Hier ist es entsprechend schwer Volumen oder eine bestimmte Nische zu besetzen.


Kaufimpulse – überall
Wir hatten schon einmal in unserem 3m5-Blog darüber berichtet. Die Grafik zeigt die Besucher- und dann Käuferströme im Handel.
Insgesamt werden 61,8% des Umsatzes im stationären Handel in digitalen Kanälen vorbereitet. (50,2% via Laptops, 11,6% via Mobile).


Käuferströme

Dieses bedeutet konkret: 32,1 Prozent der Käufe in stationären Filialen werden durch die Informationssuche in „virtuellen Filialen“ über stationäre Computer und 4,4% über mobile Geräte vorbereitet.


Fazit
Ein stationäres Unternehmen wird auf lange Sicht nicht einem Unternehmen überlegen sein, welches auf verschiedenen Kanälen - auch via E-Commerce - zum Kunden kommuniziert und verkauft.
Selbst wenn der Break Even 7-8 Jahre dauert, ist das aus Sicht des Autors ein überschaubarer Zeitraum im Vergleich zur Gesamtdauer eines Unternehmens.
Händler werden zunehmend aktiv. Die Unternehmen, die noch zögern, können als Follower weniger selbst den Markt gestalten.

Eine Entscheidung pro E-Commerce ist
aus Marktsicht
– wie es so schön heißt – alternativlos.



PS:
Übrigens ist 3m5 mit seiner Münchner Dependance auch Partner von Shopware, um Kunden auf dem Weg zum E-Commerce-Kanal zu begleiten.

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