E-Commerce braucht Skalierbarkeit – u.a. mit individuellen Packaging und Responsive Design

17. Mai 2013

Ein E-Commerce-Shop alleine wird nicht die Marktpotenziale heben können. Und warum auf Wachstum und Profit verzichten? Es bedarf einer Vernetzung in verschiedenen Dimensionen sowie einer technologischen Basis, um die Kundenbedürfnisse abbilden können.

Den Nutzen von E-Commerce bestimmen der Konsument und somit auch das Geschäftsmodell, die Funktionalitäten und die Prozesse.

Der Shopbetreiber wird nachhaltig erfolgreich sein, der den Kunden in seine Geschäftsmodellentwicklung miteinbezieht.

Der Konsument erwartet nicht nur eine einfache Produktpräsentation, sondern eine auf die jeweilige Kanalnutzung (Tablet, Smartphone, Desktop, Smart-TV, …) und auf den Nutzer selbst zugeschnittenes Angebot und Präsentation. Das ist auch ein Alleinstellungsmerkmal, welches traffic-intensive Verkaufsplattformen (noch) nicht bieten können.

Status Quo
Wenn man die Nachrichtenlage im E-Commerce verfolgt, liest oft von hohen zweitstelligen Wachstumsraten, wie 66% in China (Link), sowie von neuen Wachstumsmärkten wie Afrika, wo z.B. Jumia als Clone von Amazon etabliert werden soll. Rocket Internet investierte in den Aufbau des afrikanischen „Amazons“ 20 Mio. €.


 
Jumia 

Für Deutschland prognostiziert der HDE (Handelsverband Deutschland) für 2013 33,1 Mrd. € in dem Bereich E-Commerce, dieses entspricht einer Steigerung von 12% gegenüber dem Vorjahr.



Zahlen und Fakten zu „Der deutsche Einzelhandel“

E-Commerce generiert so mittlerweile über 9% des gesamten Umsatzes im Einzelhandel. „Die prozentuale Zunahme in diesem Segment unterstreicht die Entwicklungen der letzten Jahre und bestätigt die Bedeutung des E-Commerce für den Interaktiven Handel als Wachstumstreiber. Zudem haben sich mit Mobile und Social Media zwei wesentliche Kanäle im E-Commerce-Geschäft etabliert, die diese Entwicklung beschleunigen“, so der Präsident des bvh Thomas Lipke. (Link)

Lipke betont dabei die Wachstumstreiber von Social Media und Mobile. Diese werden auch weltweit als Treiber für den Anstieg von E-Commerce gesehen, z.B. im asiatischen Markt. (Link)

In der Ausgabe der brand eins vom April 2013 (Link) war ein Vergleich der durchschnittlichen Ausgaben im Onlinehandel eines Kunden in Deutschland und Großbritannien im Jahr 2011 angegeben:
UK:        1.530 € pro Jahr
Deutschland:    522€ pro Jahr

Hier kann man vermuten, dass in Deutschland noch entsprechendes Marktpotenzial vorhanden ist.


Skalierung ist die Option des Wachstums
Es liegt auf der Hand, dass E-Commerce-Plattformen wachsen müssen. Der Markt des E-Commerce ist noch lange nicht gesättigt und bietet somit entsprechend Marktwachstum.

Ein recht altes, aber sehr sinnvolles Modell ist die Produkt-Matrix-Matrix von Ansoff. Neben der Marktdurchdringung mit einem bestehenden Sortiment ist ein nächster Schritt neue Märkte zu entwickeln und zum Beispiel durch eine Sortimentserweiterung mit neuen Produkten auf dem Markt zu treten.
 

Produkt-Markt-Matrix nach Ansoff

Produktentwicklung und Diversifikation ist aber mehr als nur vorhandene E-Commerce-Plattformen mit mehr Produkten entwickeln. Skalierung bedeutet auch
•    Produktbasierte Vernetzung
•    Inhaltliche und technische Vernetzung
•    Technische Skalierbarkeit

Diese Optionen sind aus Sicht des Autors essentielle Bausteine einer Expansionsstrategie im E-Commerce.

Produktbasierte Vernetzung
Die inhaltliche Vernetzung lässt uns durch die Brille des Konsumenten schauen. E-Commerce verkauft nicht Produkte, sondern der Konsument möchte einen Mehrwert, einen Nutzen bekommen.
Ein Ansatz ist z.B. der Zusammenschluss von Händlern. So können Online-Händler sich verbinden und so einfach das jeweilige Sortiment komplementieren oder Lieferengpässe ausgleichen.
(Link)

Denkbar sind auch eine inhaltliche Vernetzung von Produkten und Dienstleistungen und das „Zusammenpacken“ zu einem Produkt. Im Tourismusbereich ist dieses üblich, so kann man als Pauschalreise eine Reise bestehend aus Flug, Transfer, Unterkunft, Stadtführung, Verpflegung, Wellness etc. zu einem Paketpreis buchen.
Ein Beispiel ist die Website Flyloco von L'TUR, hier kann der Nutzer das Paket individuell zusammenstellen und im Hintergrund wird der jeweilige Preis für das Gesamtpaket ermittelt. So entsteht ein individuelles Paket zu einem individuellen – nicht vergleichbaren – Preis. Diese Preisintransparenz wird vom Nutzer akzeptiert, da dieser dafür eine zugeschnittene Leistung erhält.

 
Flyloco www.flyloco.de

Inhaltliche und technische Vernetzung
Mit dieser Vernetzung ist hier die Platzierung der Produkte auf verschiedenen Plattformen gemeint. E-Commerce kann mittels eines eigenen Shops umgesetzt werden. Alternativ oder ergänzend kann hier von dem Traffic der großen Plattformen profitiert werden, exemplarisch sei hier Amazon, Ebay, Mein Paket, Rakuten, Yatego, daWanda genannt.
Es gibt hier keine allgemeingültige Empfehlung, ob und in welchen Umfang diese Vernetzung zu traffic-starken Plattformen betrieben werden soll. Die Nachteile solcher Plattformen liegen in den Provisionen und in einer starren Vorgabe von Funktionen und Layout.
Ein Alleinstellungsmerkmal ist nur über einen eigenen Shop zu erreichen. Ohne faktisches oder emotionales Alleinstellungsmerkmal sind die Produkte leicht austauschbar und der Kunde entscheidet rational über den Preis.

Eine weitere Möglichkeit ist auch die Nutzung von Affiliate-Plattformen und –Partnern (Link), die für die Kontakt- bis Umsatzvermittlung. Das Prinzip hat Sixt sehr plakativ und einfach dargestellt:

 
Sixt Partnerprogramme (Link)

Technische Skalierbarkeit
Bei der Technik hinter der jeweiligen E-Commerce-Plattform sind die Kundenwünsche und das Surfverhalten der Konsumenten die Treiber für eine technische Erweiterung der Online-Shops.
Ein aktueller Aspekt ist der Anstieg der mobilen Nutzung im Internet und damit auch im Bereich des digitalen Handels.
Über 80% der Nutzer haben schon einmal im Rahmen des Onlineshopping via Tablet/Smartphone Informationen gesucht. Mehrmals in der Woche nutzen mehr als 1/3 der Konsumenten mobile Endgeräte für Online-Einkäufe. Im Monat sind es dann mehr als 2/3 der Nutzer. Diese Aussagen stammen aus der Studie „M-Commerce in Deutschland“ von dem E-Commerce Center (pdf).

Konsumenten erwarten E-Commerce-Plattformen, die für mobile Nutzung ausgelegt sind.

Für 2013 wird erwartet, dass die Nutzer von mobilen Devices die Nutzer mit stationären Geräten anzahlmäßig überholen. Die stationäre Nutzung wird mehr zum Sonderfall der mobilen Nutzung.

 
Nutzer Desktop und Mobile

Responsive Design
Ein wichtiger Bestandteil von Websites und gerade von E-Commerce-Plattformen ist die Umsetzung von Responsive Design.
In dem Bereich der technischen Skalierung ist eine flexible Skalierung zur Nutzung auf allen Frontends ein Muss für jeden Shopbetreiber.

Beispiele für Responsive Design bei E-Commerce finden sich u.a. bei econsultancy.com und t3n.de.

 
 http://www.beadsdirect.co.uk/

Das Ziel ist hier einen für den Käufer ideal zugeschnittenen virtuellen „Verkaufsraum“ zu schaffen. Responsive Design ist die Antwort hier und bietet durch die flexible Skalierung der Darstellungsmöglichkeiten Investitionsschutz in puncto technische Layoutumsetzung.

Zusammenfassung
Ein E-Commerce-Shop alleine wird nicht die Marktpotenziale heben können. Und warum auf Wachstum und Profit verzichten? Es bedarf einer Vernetzung in verschiedenen Dimensionen sowie einer technologischen Basis, um die Kundenbedürfnisse abbilden können.

Den Nutzen von E-Commerce bestimmen der Konsument und somit auch das Geschäftsmodell, die Funktionalitäten und die Prozesse.

Der Shopbetreiber wird nachhaltig erfolgreich sein, der den Kunden in seine Geschäftsmodellentwicklung miteinbezieht.
Der Konsument erwartet nicht nur eine einfache Produktpräsentation, sondern eine auf die jeweilige Kanalnutzung (Tablet, Smartphone, Desktop, Smart-TV, …) und auf den Nutzer selbst zugeschnittenes Angebot und Präsentation. Das ist auch ein Alleinstellungsmerkmal, welches traffic-intensive Verkaufsplattformen (noch) nicht bieten können.
 

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