3m5. Blog

3D-Printing in Marketing und E-Commerce

08. Oktober 2013

3D Drucker für 72€
Vor ein paar Tagen wurde von einem Projekt berichtet, welches via Crowdfunding einen 3D-Drucker für 100 kanadische Dollar (~ 72€) herstellen möchte. Über Kickstarter als internationale Crowdfunding-Plattform soll das Projekt finanziert werden. (Link)


Peachy Printer

Die Objekte bestehen aus einem speziellen Harz, welches dann ein Laser aushärtet. Als Liefertermin wird Mitte 2014 genannt. Übrigens die Crowdfunding-Phase läuft noch bis zum 20.10.


… bis hin zum Food Printing
3D-Drucker erleben gerade einen Wachstumsschub, wobei das Verfahren nicht neu ist. Gerade in der Prototypenfertigung oder in der Nachproduktion von speziellen Einzelteilen wird das 3D-Verfahren seit Jahrzehnten angewendet. So wurde das Rapid Prototyping (RPT) 1983 entwickelt und ein Hauptanwendungsfeld ist in der Automobilindustrie zu sehen.
Inzwischen finden sich 3D-Druck-Anwendungen in sämtlichen Branchen wie Maschinenbau, Medizintechnik, Architektur und auch im Bereich von Lifestyle-Produkten.

So entwickelt das Unternehmen Ecologic ein Auto, bei dem viele Bauteile direkt aus einem 3D-Drucker stammen. Das Unternehmen arbeitet derzeit an einer kompletten Produktion mit 3D-Druck. Das Auto trägt den Namen Urbee2 – „the greenest car on Earth“.
 
Urbee

Auch wird mit Nahrungsmittel experimentiert. So entwickeln zwei Designer aus Los Angeles 3D-Formen aus Zucker. (Link)


3D-Objekte aus Zucker


Es gibt einige Projekte, die sich mit Food Printing beschäftigen. So kann individuell Nahrung für die jeweilige Person gedruckt werden. Die Cornell-Universität forscht seit Jahren auf diesem Gebiet und erwartet, dass ein Food Printer irgendwann in jeder Küche steht. (Link)

Zum 3D-Druck benötigt man entsprechend auch Modelle. Ein Portal in dem Bereich ist Thingiverse. Hier stellt die Community mittlerweile über 100.000 3D-Modelle bereit.

 
3D-Modelle


Coca-Cola integriert 3D-Druck in Kampagne
Coca-Cola überraschte im Sommer dieses Jahres die Kunden in Israel. Bei der Einführungskampagne von den neuen Mini-Flaschen konnten sich Personen via einer Mobile App selbst als „Mini-Version“ designen. Dabei sollten sich die Personen ähnlich bei dem Spiel „Die Sims“ fühlen. Aus allen Teilnehmern wurden dann die Gewinner gezogen, die dann ihren Körper von Coca-Cola 3D abscannen lassen konnten. Die Personen bekamen dann ihre individuelle 3D-Version ihrer eigenen Person als kleinen Sandstein zugeschickt. Die Kampagne trug treffenderweise den Titel „Mini-Me“. (Link)

 
Mobile App der Mini-Me Kampagne



Ebay bietet 3D-Druck an
Mit der App ebay EXACT können ~20 verschiedene Artikel von Partnern von Nutzern individuell gedruckt werden. So können z.B. personalisierte Handyhüllen oder Schmuck hergestellt werden. Erste Partnerunternehmen bieten diese 3D-Produkte an, z.B. MakerBot aus den USA, Sculpteo aus Frankreich und Hot Pop Factory aus Kanada. (Ebay Blog)


Ebay EXACT App


Zum Schluss: Kultur & 3D-Druck
Es schöne Idee hatte Polskie Radio im Mai 2012. Hier wurden typische Klänge und Musik des 20. Jahrhunderts als Schallwellen visualisiert und ausgedruckt. (Link)
 

Zusammenfassung & Ausblick
Beschäftigt man sich mit 3D-Druck, dann stellt man schnell fest, dass 3D-Printing in allen Bereichen angekommen ist. So können Lebensmittel gedruckt werden, erste Werbetreibende nutzen die Technologie in Marketing-Kampagnen und E-Commerce-Anbieter schaffen Bereiche für spezielle 3D-Druck-Produkte.
Wenn wir gedanklich noch einen Schritt weitergehen, dann ist eine Kombination mit Augmented Reality sehr nahe liegend. Via Augmented Reality wird dem Nutzer eine zusätzliche Ebene mit Informationen oder Produkten in der gewohnten Realität gezeigt. Mit 3D-Printing (für zu Hause) können dann diese Produkte (zu Hause) ausgedruckt werden.
Vielleicht werden sogar Unternehmen 3D-Drucker Nutzern sponsern, um dadurch individuelle Produkte direkt beim Nutzer zu Hause präsentieren können.